Szene: Zwei mächtige Persönlichkeiten, zwei grüne Thronsessel, dazwischen ein paar Blümchen – und sehr viel Spannung.
Links: Eine Dame in Kornblumenblau, die verklemmte Anmutung europäischer Zurückhaltung. Dezent geschminkt, akkurat geföhnt – wie ein frischgestärkter Leitz-Ordner auf zwei Beinen.
Rechts: Das fleischgewordene Alphatier mit Sonnenbank-Teint und einer Krawatte wie ein Ausrufezeichen: All eyes on me!
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Sie: Die Beine manierlich zusammen, Hände auf den Oberschenkeln – als wolle sie sagen: «Bloss keine Geste, die interpretiert werden könnte» – der Blick ins Leere. Diplomatischer Pokerface-Modus auf Stufe «Brüssel».
Er: Die Beine gespreizt – Manspreading als Machtfaktor –, Körper in Vorlage, Gesicht in Bewegung. Die Hände: «So wenig hat gefehlt zum Hole-in-one auf dem Golfplatz.»
Sie: «Ich habe fünf Sprachen im Kopf und zwei Dossiers in der Handtasche.»
Er: «Ich habe fünf Deals im Kopf – Welches Dossier?»
Kernaussage: «Wir verstehen uns prächtig – solange wir schweigen.» Die Fahnen im Hintergrund wehen für zwei Universen: das eine multilateral, das andere egozentral. Der Tisch zwischen ihnen: zu klein für den Geltungsdrang des einen, zu zerbrechlich für den aufgestauten Frust der anderen.
Und draussen fragt sich die Welt: Ist das noch Politik – oder schon die Sitzprobe für das Wachsfigurenkabinett der transatlantischen Missverständnisse?