Ein Priester wettert im Gottesdienst: «Nein, nein, nein, die AfD können wir als Christen nicht unterstützen» – warum nicht?
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Ein Priester wettert im Gottesdienst: «Nein, nein, nein, die AfD können wir als Christen nicht unterstützen» – warum nicht?

Die katholische Kirche auch und gerade in Deutschland steckt in einer ihrer grössten Krisen. Apostasie, also Glaubensabfall, ein lässlicher Umgang mit Missbrauchsvorwürfen, ein anämischer Klerus und Gläubige, die ihrer Religion höchstens so viel Wert beimessen wie ihrem Wochenendhobby – das alles sind Probleme, die die Kirche im Allgemeinen und Priester im Besonderen angehen sollten.

HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE
Ein Priester wettert im Gottesdienst: «Nein, nein, nein, die AfD können wir als Christen nicht unterstützen» – warum nicht?
HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE

Womit sich leider zu viele Hirten in Soutane im Moment aber beschäftigen, ist die Klima-Ideologie und der «Kampf gegen rechts». Das lässt sich allsonntäglich in zahlreichen Gemeinden erleben.

In der Gemeinde St. Johannes Baptist im münsterländischen Mesum (Nordrhein-Westfalen) kam es vergangenen Sonntag jedoch zum Eklat: Weil Priester Thomas Hüwe zu einer Schimpftirade gegen die AfD und ihre Wähler ansetzte – und weil seine Predigt per Livestream aufgezeichnet und trotz späterer Entfernung von Social-Media-Nutzern gespeichert und veröffentlicht wurde.

Es erschauere ihn, polterte der Pfarrer, dass die AfD erstmals einen Oberbürgermeister stellen könnte. Er spielte dabei offenbar auf die Stichwahl in der thüringischen Stadt Nordhausen an, bei der AfD-Kandidat Jörg Prophet im ersten Wahlgang mehr als 42 Prozent der Stimmen errungen hatte. «Wie kann so etwas geschehen?», fragt Pfarrer Hüwe also.

Ein Kirchgänger meldet sich zu Wort. Es ist nicht genau zu hören, was er sagt, aber er widerspricht dem Priester.

Dieser wird laut: «Nein, nein, nein, nein, dann tut es mir leid, dass sie sich angegriffen fühlen … aber die AfD können wir als Christen nicht unterstützen. Nein, das geht nicht.» Wenn Menschen nicht offen und aufgeschlossen für andere Menschen seien, verhindere das «eine menschliche Gemeinschaft».

Er spricht vom Nächsten, von Achtsamkeit und Menschlichkeit. Das sind gutklingende Begriffe, die aber heute vollkommen entkernt sind. «Menschlichkeit» ist wie «christliche Werte» zu einem leeren Begriff verkommen, unter dem man alles und das Gegenteil verstehen kann. Es sind rein politische Schlagworte, um den Anderen aus dem Diskurs auszuschliessen.

Hier gilt klarzustellen: Laut katholischer Lehre ist der Mensch – wie die gesamte Schöpfung – gefallen und erlösungsbedürftig. Durch die Sakramente kann der Mensch Gottes Gnade aufnehmen und mit ihr wirken. Die Kirche kann Wahlempfehlungen abgeben, diese müssen aber wohlbegründet sein, beispielsweise die verbindliche Glaubens- und Sittenlehre betreffen.

Widerspricht die AfD dieser? Ist sie gar antichristlich?

Sicher ist: Die AfD ist keine christliche Partei, wie ihr Ehrenvorsitzender Alexander Gauland einst in aller Klarheit betonte («Wir sind keine christliche Partei»). Sicher ist aber auch: Die AfD vertritt in manchen Politikfeldern, vor allem, was die Familie betrifft, als einzig relevante Partei Positionen, die mit dem Christentum übereinkommen. Selbst die Christdemokraten tun das leider nicht mehr.

«Wir müssen auch standhaft sein und unseren Standpunkt verteidigen», mahnte Pfarrer Hüwe in seiner Predigt. Das ist korrekt. Und man möchte ihm zurufen: nur Mut! Statt parteipolitische Ratschläge zu erteilen, die aus der Anti-rechts-Broschüre einer der unzähligen linken und staatsgepäppelten NGOs stammen könnten, sollten Priester den katholischen Glauben in seiner vollen Schönheit lehren, ihn leben und, ja, auch für ihn leiden. Auch wenn das bedeutet, sich mit dem linken Mainstream in Kirche und Staat anzulegen.

Wer gestärkt ist im Glauben, weiss dann schon selbst gut genug, welche Partei man als Christ unterstützen kann und welche nicht.

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