Gestützt auf Daten des Bundesamtes für Statistik, kommt die Raiffeisenbank (Raiba) zum Schluss, dass ungefähr die Hälfte aller Rentner Eigenheimbesitzer sind. Junge Familien dagegen können sich bei den heutigen Preisen kaum mehr den Traum der eigenen vier Wände erfüllen. Gegenüber einer CH-Media-Zeitung gab ein Ökonom der Bank zu verstehen, dass die Generationenschere immer weiter aufgehe. «Es stellen sich gewisse Fairnessfragen», argumentierte er, zumal man früher eine Immobilie noch verhältnismässig günstig habe kaufen können. Die Alten sicherten sich schon vor Jahrzehnten ihr Wohneigentum. Es ist im Grunde genommen die bekannte Leier, dass viele Senioren über mehr Wohnraum als nötig verfügen würden.
Die Behauptung, früher sei man einfacher zu Wohneigentum gekommen, ist ziemlich keck. Fakt ist, dass der Traum vom Eigenheim für den Durchschnittsverdiener in der Schweiz auch damals schon teuer war. Wer nicht geerbt hatte oder reich von Haus aus war, träumte ein Leben lang weiter. Der Erwerb von Wohneigentum war vor Jahrzehnten vielleicht billiger, die Menschen verdienten aber auch markant weniger, und die Zinsen waren hoch.
Und hiess es nicht vor Jahrzehnten, man solle sich besser nicht auf die AHV verlassen, sondern nebst der zweiten Säule, also der Pensionskasse, noch eine dritte Säule in Form von Ersparnissen oder Wohneigentum, eine zusätzliche Sicherheit aufs Alter hin aufbauen?
Jetzt, wo diese Personen im wohlverdienten Ruhestand sind, ihre Hypotheken zum grossen Teil abgestottert haben und wie erhofft von tiefen Wohnkosten im Alter profitieren können, will man sie aus ihrem Heim drängen. Also bitte.