Die von der UNO-Vollversammlung mit einem überwältigendem Mehr von 123 Stimmen verabschiedete Resolution A/80/L.48 zum «Transatlantischen Sklavenhandel» war den meisten deutschsprachigen Medien bestenfalls eine Kurzmeldung wert. Gemäss den Nachrichten-Agenturen geht es dabei lediglich um die Anerkennung eines historischen Unrechtes als «schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Nur die USA, Israel und Argentinien hätten dagegen gestimmt.
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Ein klassischer Fall von Fake News. Dass die Sklaverei ein schweres Verbrechen ist, bezweifelt heute kaum noch jemand, erst recht nicht in den USA, aber auch nicht in Israel oder Argentinien. Doch das Kernelement der Resolution wird in den Pressemeldungen unterschlagen: Restitutionszahlungen, also eine finanzielle Wiedergutmachung für das geschehene Unrecht. Diese Forderung wird von linken Kreisen seit Jahren erhoben. Doch sie ist nicht nur abstrus, sondern auch geschichtsblind.
Zum einen haben die «Weissen» die Sklaverei, die bis ins 19. Jahrhundert weltweit und insbesondere in Afrika zum Standard gehörte, nicht erfunden, sondern abgeschafft. Dass der heutige Reichtum der Industrieländer auf der transatlantischen Sklaverei beruht, ist ein sozialistisches Ammenmärchen. Die Länder, welche die Sklaverei als erste abschafften oder gar nie betrieben, waren auch die Pioniere der Industrialisierung, die Architekten unseres Wohlstandes. Weil Lohnarbeit, wie Adam Smith schon 1776 («Der Wohlstand der Nationen») erkannte und prophezeite, viel effizienter ist als Zwangsarbeit.
Doch selbst wenn man eine kollektive moralische Erbschuld anerkennen würde, die gegen alle Prinzipien der Aufklärung verstösst, stellt sich die Frage: Wer soll wen für das begangene Unrecht der Urahnen der einen an den Urahnen der anderen entschädigen? Die meisten «Schwarzen» in den USA und fast alle in Lateinamerika sind Mischlinge. Sind sie nun Täter oder Opfer? Um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, müsste man per Gentest bestimmen, welche Seite bei jedem einzelnen überwiegt.
Auch in Afrika gab es Täter und Opfer. Fast alle afrikanischen Sklaven wurden von Afrikanern gefangen und an arabische und europäische Sklavenhändler verkauft. Es kann ja nicht sein, dass die Nachfahren der Täter für den Frevel ihrer Urahnen auch noch belohnt werden. Hier wird es nun richtig kompliziert. Ganz zu schweigen von den geschätzten 2 bis 5 Millionen europäischen Christen, die im fraglichen Zeitraum im arabisch-osmanischen Raum versklavt wurden. Die müssten selbstverständlich mit in Rechnung gestellt werden, alles andere wäre rassistisch.
Die Reparationsforderung ist bei einer genaueren Betrachtung derart verquer, dass es schwerfällt, sie überhaupt ernst zu nehmen. Sämtliche EU-Staaten (Schweiz inklusive) waren zu feige, um Farbe zu bekennen, sie haben sich der Stimme enthalten. Indirekt haben sie damit gezeigt, dass nicht einmal sie die UNO-Vollversammlung noch wirklich ernst nehmen.