Er musste zwar lange warten, aber immerhin erlebt Stéphane Courtois, dass ein Land seinen Wunsch beherzigt. Zum 80. Jahrestag der Oktoberrevolution veröffentlichte der französische Historiker sein «Schwarzbuch des Kommunismus» und forderte eine rücksichtslose Aufklärung der Verbrechen dieser Ideologie, die hundert Millionen Todesopfer forderte.
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Nun hat die Tschechische Republik einen Schritt in diese Richtung getan: Die Verherrlichung des Kommunismus, das Zeigen seiner Symbole, wird ebenso unter Strafe gestellt wie Werbung für den Nationalsozialismus.
Allein dass diese Nachricht bemerkenswert ist, ist ein Skandal. Denn kommunistische Massenmörder starben nicht mit Stalin aus. Sie wüteten das ganze restliche Jahrhundert und sie morden noch heute: Mao Zedong, Josip Tito, Fidel Castro, Pol Pot, Hugo Chávez, die schreckliche Familie Kim.
Doch eine globale Intelligenzija hielt stets eine schützende Hand über das Morden dieser totalitären Ideologie. Solange sie im Namen sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit versklavte, folterte und tötete, war alles entschuldbar.
So sorgsam schottete man die Mörder ab, dass man sogar den Nationalsozialismus auf Nazi verkürzte. Nichts durfte daran erinnern, dass auch Hitler Sozialist war.
Werden andere Länder dem tschechischen Beispiel folgen? Man sollte nicht darauf wetten.