Es ist ein Jahrhundertprojekt der Gernegross-Koalition von Friedrich Merz: die Entbürokratisierung. Mit Karsten Wildberger holte er eigens einen Ex-Manager ins Kabinett, der sich im früheren Leben selbst mit unsinnigen Vorschriften herumschlagen musste.
Und siehe da. Es hat sich gelohnt. Historisches spielt sich vor unseren Augen ab: Der Druckluftbeauftragte wird abgeschafft. Zwar nur für Firmen mit weniger als fünfzig Beschäftigten, aber wir wollen ja nicht übertreiben.
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Weniger Bürokratie bedeutet mehr Vertrauen in den Bürger, hatte Merz ganz richtig erkannt. Folgerichtig wurde nun beschlossen: Er kann selber entscheiden, wie viele Steckdosen er in seinem Neubau legt. Hoffentlich geht er verantwortungsvoll mit so viel Freiheit um.
Und nun, Achtung: Einbürgerungstests sollen per PC abgelegt werden, nicht mit Papier und Bleistift. Der helle Wahnsinn.
Einsparungen in Milliardenhöhe hatte man avisiert. Tatsächlich werden es nur 100 Millionen. Aber die Sache mit den Milliarden und den Millionen ging ja schon bei der Bürgergeldreform in die Hose.
Nichts fällt dieser Regierung leichter, als Versprechen zu brechen. Aber auch in puncto Inkompetenz strebt sie an die Spitze.