Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat in der ARD-Sendung «Absolute Mehrheit» spielerisch gefragt, mit welchen Politikern er am liebsten Pilze sammeln würde – und löste dabei mit einem Satz Entsetzen aus. Nachdem er CDU-Politikerin Julia Klöckner auf Platz eins und CSU-Chef Markus Söder auf Platz fünf gesetzt hatte, kam der Name Björn Höcke. Ramelow antwortete nonchalant: «Es gibt auch Pilze, die ich mit Herrn Höcke sammeln würde. Wenn er sie in meinem Beisein auch isst.» Eine präzise Beschreibung seiner Auswahl blieb er zwar schuldig, doch die Anspielung war eindeutig: gemeint waren Giftpilze, deren Verzehr schwere bis tödliche Folgen haben kann.
Die Bemerkung wirkte nicht wie ein Versprecher, sondern klang bewusst provokativ. Ramelow fügte hinzu, er wolle zusehen – ein Tonfall, der dem Ganzen eine sadistische Note verlieh. Dass die ARD-Regie im Anschluss sogar ein sogenanntes Thug-Life-Meme einspielte, wirkte wie eine nachträgliche Aufwertung der Aussage. Das Format präsentierte Ramelow damit als besonders «cool» – eine Inszenierung, die angesichts der impliziten Gewaltfantasie für breite Kritik sorgen dürfte.
Der Podcast «Absolute Mehrheit» wird von Hyperbole Medien für das öffentlich-rechtliche «Funk»-Netzwerk produziert. Zu den Hosts gehören Jan Schipmann, Victoria Reichelt und Aline Abboud. Letztere arbeitet seit August als Sprecherin der SPD-Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali-Radovan.
Erst das österreichische Portal Auf 1 machte die Szene öffentlich. Welche Pilze Ramelow im Sinn gehabt haben könnte, bleibt offen – in der Diskussion fielen jedoch Hinweise auf bekannte hochgiftige Arten wie den Fliegenpilz oder den Grünen Knollenblätterpilz. Beide können schwere Vergiftungen auslösen, Letzterer gilt als der gefährlichste Pilz Europas.