Der frühere sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok warnt in einem Gastbeitrag in der Financial Times, dass der anhaltende Bürgerkrieg im Sudan nicht durch militärische Mittel beendet werden könne. Hamdok schreibt: «Es gibt keine militärische Lösung für den Sudan», stattdessen fordert er ein sofortiges Ende der Gewalt zugunsten eines politischen Prozesses, der auf Dialog setzt.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Obwohl die Armee kürzlich den Präsidentenpalast in Khartum einnehmen konnte, habe sich an der grundlegenden Realität nichts geändert: Kein Akteur könne den Krieg gewinnen, ohne verheerende Verluste in der Zivilbevölkerung zu verursachen, so der Politiker. «Die einzige Kraft, die die Einheit Sudans bewahren kann, ist eine demokratische, zivile Regierung, die alle Sudanesen repräsentiert», so Hamdok.
Zugleich warnte er vor einer weiteren Eskalation, die nicht nur den Sudan selbst, sondern die gesamte Region destabilisieren könnte. Länder wie Tschad und Südsudan seien bereits stark belastet durch Flüchtlingsströme und Sicherheitsprobleme. Vor diesem Hintergrund begrüsste er das geplante Aussenminister-Treffen in London als mögliche Wende: «Dieses Treffen muss ein Wendepunkt sein – ein Moment, in dem die internationale Gemeinschaft über symbolische Gesten hinausgeht.»
Er rief zur Verabschiedung eines Londoner Aktionsplans auf, der unter anderem ein sofortiges Waffenstillstandsabkommen, humanitäre Hilfe und den Beginn eines zivilgeführten Friedensprozesses vorsieht. Zudem sollen die Afrikanische Union und die Uno gemeinsam konkrete Schutzmassnahmen für Zivilisten entwickeln.
«Sudans Krieg ist nicht nur eine sudanesische Krise – er ist ein Prüfstein für das Engagement der Welt für Frieden, Demokratie und den Schutz menschlichen Lebens», so Hamdok.