Die EU verschärft ihren Kurs gegen den florierenden illegalen Tierhandel: Künftig müssen alle Hunde und Katzen in der Union verpflichtend mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Darauf einigten sich Unterhändler von Europaparlament und Mitgliedstaaten in Strassburg.
Die neuen Regeln sollen Herkunft und Gesundheitsstatus der Tiere besser nachvollziehbar machen und den Schwarzmarkt für dubios gezüchtete oder illegal importierte Tiere austrocknen. Für gewerbliche Händler gilt die Pflicht bereits in vier Jahren, für private Tierhalter nach Übergangsfristen von zehn Jahren bei Hunden und fünfzehn bei Katzen.
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Hintergrund sind massive Missstände im Onlinehandel mit Tieren. Laut Kommission nutzen Kriminelle soziale Medien und gefälschte Dokumente, um illegal gezüchtete oder importierte Tiere zu verkaufen.
Neben der Kennzeichnungspflicht umfasst das Paket weitere tierschutzrechtliche Verbesserungen: Verpaarungen zwischen Wild- und Haustieren sollen verboten werden, ebenso Qualzuchten und bestimmte Verstümmelungen wie das Kupieren von Ohren oder Schwänzen. Auch das Zuchtalter wird geregelt. Tilly Metz von den Grünen betonte: «Diese kostengünstige Massnahme ermöglicht die Rückverfolgung der Tiere, deckt kriminelle Netzwerke auf und entlastet die Kommunen».
Wie SRF berichtet, rechnet man auch in der Schweiz mit einer positiven Auswirkung der neuen EU-Regulierung. Laut Schweizer Tierschutz stammen über die Hälfte der neu registrierten Hunde im Land aus dem Ausland – 2024 waren es über 25.000 Tiere. Viele dieser Importe lassen sich nur schwer kontrollieren, da Herkunft und Zuchtbedingungen oft verschleiert werden. «Die Rückverfolgbarkeit verbessert sich massiv», sagt Luzia Oeschger vom Schweizerischen Tierschutz. Sie erwartet, dass sich unseriöse Anbieter durch die EU-Pflicht zurückziehen oder gezwungen werden, ihre Praktiken anzupassen.