Vorgestellt wurde die europäische Alternative zu X und Co. am Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie nennt sich «W Social». Dahinter stehen Investoren aus der Klimaschutzszene, die teils mit Greta Thunberg zusammengearbeitet haben. Als Berater treten der ehemalige deutsche Vizekanzler Philipp Rösler oder Sandrine Dixson-Declève auf, Ex-Präsidentin des Club of Rome.
Dabei suchen die Macher von W ausdrücklich die Nähe zur Macht. «Wenn das politische Brüssel auf W postet statt auf X, haben wir schon viel gewonnen», sagt Geschäftsführerin Anna Zeiter.
Gleichzeitig rufen Abgeordnete des Europäischen Parlaments nach einer Finanzierung durch Brüssel. Sie fordern EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen auf, «in private europäische Initiativen zu investieren, die einheimische Innovationen im Bereich der sozialen Medien unterstützen» sowie «die Entwicklung von nutzerorientierten, in europäischem Besitz befindlichen Plattformalternativen zu ermöglichen».
Applaus kommt derweil von der deutschen Grünen-Europaabgeordneten Alexandra Geese, die den Digital Services Act, das Regulierungs- und Zensurgesetz der EU, mit ausgeheckt hatte. Die Umstände seien günstig, liess sie sich auf T-online vernehmen. «In der Kommission ist nach meinem Eindruck auch das Bewusstsein vorhanden, dass europäische Netzwerke eine hohe Priorität haben.» Die Brüsseler Zensoren jubeln schon.