Die EU-Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, den Verbrauch von Öl und Gas zu senken und insbesondere im Verkehrssektor Einsparungen zu prüfen. Dies geht aus einem Schreiben von Energiekommissar Dan Jørgensen hervor, über das Politico berichtet.
Jørgensen ruft die Regierungen dazu auf, «freiwillige Nachfragereduktions-Massnahmen […] mit besonderem Augenmerk auf den Verkehrssektor» in Betracht zu ziehen. Dazu könnte gehören, dass Bürger weniger Auto fahren oder fliegen, um Treibstoff für wichtigere Bereiche zu sparen. Hintergrund sind Befürchtungen, der Krieg im Iran könne zu anhaltenden Störungen der Energieversorgung führen.
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Die Energieminister der EU-Staaten wollen am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung über mögliche Reaktionen auf die Lage beraten. Laut dem Schreiben ist insbesondere der Verkehrssektor betroffen, da die EU mehr als 40 Prozent ihres Bedarfs an Kerosin und Diesel aus der Golfregion bezieht.
Zusätzliche Probleme entstehen laut Kommission durch begrenzte alternative Lieferquellen sowie eingeschränkte Raffineriekapazitäten innerhalb der EU. Jørgensen fordert die Mitgliedstaaten daher auf, Massnahmen zu vermeiden, die den Verbrauch erhöhen oder den freien Fluss von Erdölprodukten einschränken könnten.
Er betont die Notwendigkeit einer abgestimmten europäischen Vorgehensweise. Nationale Entscheidungen sollten ihre grenzüberschreitenden Auswirkungen berücksichtigen, um die «EU-weite Kohärenz» zu wahren.