Ursula von der Leyen testet gerne Grenzen aus. So skrupellos, dass sie gewinnt. Ihr Plan geht durch, derweil die Gegenseite noch nach Atem ringt.
Doch diesmal scheint die EU-Chefin zu weit gegangen zu sein. Ihr Vorschlag, für einen Turbo-Beitritt der Ukraine zur Union alle Regeln auszusetzen, wurde von den Mitgliedstaaten abgelehnt.
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Ort der Niederlage war ein Essen der ständigen EU-Botschafter der 27 Länder. Als ihren Vertreter entsandte von der Leyen ihre graue Eminenz, Stabschef Björn Seibert. Die Botschafter wussten es zu schätzen: «Wir wollten keine Zeit verschwenden. Wir mussten direkt mit Gott sprechen.»
Von der Leyens Plan war im Wort- und im übertragenen Sinn unerhört: Kiew tritt erst mal bei, vielleicht schon 2026. Dann regeln wir Details. Damit wurden in Kiew falsche Hoffnungen geschaffen, zitierte das Portal Politico einen hochrangigen Diplomaten. «Jetzt müssen wir ihnen sagen, diese Methode war von Anfang an tot.»
Es waren übrigens nicht allein die üblichen Verdächtigen, die ungarischen Spitzbuben, die den Plan abschossen. Eine ganze Reihe von Mitgliedern senkte den Daumen.
Vielleicht ist das der Grund, dass man in den Medien kaum etwas von der folgenschweren Entscheidung hört, liest oder sieht.
Doch ist die Sache wirklich tot? Wer von der Leyen kennt, weiss: Sie gibt so schnell nicht auf, und Grenzen kennt sie keine.