Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich auf dem jüngsten Gipfel darauf verständigt, eine verbindliche Altersgrenze für die Nutzung sozialer Medien einzuführen. Wie aus der Abschlusserklärung hervorgeht, soll ein «digitales Volljährigkeitsalter» den Schutz Minderjähriger im Netz verbessern. Unklar ist bislang, ab welchem Alter Plattformen freigegeben werden – diskutiert werden 13 und 16 Jahre, berichtet das Portal Apollo News.
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Zur Altersverifikation könnten künftig digitale Identitätsnachweise verwendet werden. Die EU testet derzeit eine entsprechende Software, die auf den technischen Spezifikationen der geplanten «Digital Identity Wallets» basiert. Diese sollen bis Ende 2026 flächendeckend eingeführt werden. Damit könnte ein Alterscheck künftig ohne Angabe des genauen Geburtsdatums möglich sein – durch Vorlage eines Ausweises oder Reisepasses.
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen hatte bereits im September bei der Uno für ein Mindestalter geworben. «Als Mutter von sieben Kindern und Grossmutter von fünf Enkelkindern» teile sie die Ansicht vieler Länder, dass «die Zeit für eine ‹digitale Volljährigkeit› gekommen ist», sagte sie laut Politico. Sie verwies auf das australische Modell, das unter 16-Jährigen den Zugang zu sozialen Netzwerken untersagt.
In Brüssel wird das Vorhaben auch als Testlauf für die flächendeckende Einführung digitaler Identitäten gewertet. Kritiker sehen darin einen Schritt in Richtung Überwachungsstaat.