Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: Mit einer Raucherquote von 24,1 Prozent unter Personen ab 15 Jahren ist Europa laut aktuellen Daten aus dem Jahr 2024 zur Weltspitze bei Tabakkonsum aufgestiegen. Das berichtet das Portal Politico.
Besonders auffällig: Auch Frauen in Europa greifen im globalen Vergleich am häufigsten zur Zigarette – mit einer Quote von 17,4 Prozent. Während der Tabakkonsum in anderen Regionen deutlich zurückgeht, fällt der Rückgang in Europa nur schleppend aus. In Südostasien etwa sank die Raucherquote von 54 auf 23 Prozent binnen zwanzig Jahren.
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WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt: «Die Tabakindustrie schlägt mit neuen Nikotinprodukten zurück und zielt aggressiv auf junge Menschen.» Besonders besorgniserregend sei die steigende Verbreitung von E-Zigaretten unter Jugendlichen: Rund 7,2 Prozent der 13- bis 15-Jährigen dampfen demnach weltweit – was etwa 14,7 Millionen Jugendlichen entspricht.
Insgesamt gibt es laut WHO mittlerweile weltweit über 86 Millionen Nutzer von E-Zigaretten. Die höchsten Vaping-Raten bei Erwachsenen verzeichneten Amerika (4,8 Prozent) und Europa (4,6 Prozent).
Die EU-Kommission kündigte unterdessen verschärfte Massnahmen an. Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi sprach sich für höhere Mindeststeuern auf E-Zigaretten aus. Steuerkommissar Wopke Hoekstra erklärte gar: «Vapes töten unsere Kinder.»
Die WHO mahnt: Die vermeintlich harmlosen Alternativen gefährden den Fortschritt im Kampf gegen Tabaksucht. «E-Zigaretten fördern eine neue Welle der Nikotinabhängigkeit», so Etienne Krug von der WHO. Der vermeintliche Nutzen als Mittel zur Schadensreduktion sei trügerisch.