Nach dem neuen Handelsabkommen zwischen den USA und Lateinamerika fordert EU-Kommissions-Vizepräsidentin Teresa Ribera ein politisches Erwachen Europas. «Wir dürfen nicht in der Ecke stehen bleiben», mahnte Ribera im spanischen Radiosender Cadena SER. Angesichts geopolitischer Verschiebungen müsse Europa sein politisches Gewicht neu definieren.
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Ribera sprach in erster Linie über die europäische Reaktion auf den Gaza-Krieg, kritisierte aber auch strukturelle Schwächen der EU-Aussenpolitik. «Europa ist gespalten», sagte sie, insbesondere beim Versuch, wissenschaftliche Kooperationen mit Israel zu begrenzen. Die Kommissions-Vizepräsidentin beklagte das Fehlen einer «qualifizierten Mehrheit» und warf Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen mangelnde Führung vor: «Ich hätte mir gewünscht, dass Ursula von der Leyen die Antwort anführt, die ich in Europa vermisse.»
Die Institutionen seien schlecht auf akute Krisen vorbereitet, so Ribera weiter. «Europa wurde auf eine eigentümliche Weise gebaut. Es ist wichtig zu aktualisieren und zu verstehen, dass Europa in solchen Situationen reagieren und sich als politischer Akteur konsolidieren muss.» Bisher sei nicht einmal eine einheitliche Verurteilung des israelischen Vorgehens im Gaza-Krieg zustande gekommen.