Selbstzufrieden kuschelten sie am Wochenende auf dem Sofa: Der Brite, der Franzose, der Deutsche, der Pole und der Ukrainer – die höchsten politischen Repräsentanten ihrer Staaten. Sie blickten auf ein Handy auf dem Couchtisch – am anderen Ende Donald Trump.
Europa und die USA auf Augenhöhe, sollte das Bild vermitteln. Schulter an Schulter, um Wladimir Putin ultimativ zur Räson zu bringen. Wolodymyr Selenskyj würde ihn mit einer Reise in die Türkei in Zugzwang bringen, sich ebenfalls auf den Weg zu machen. Andernfalls drohten massive Sanktionen – sofort.
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Heisse Luft. Putin kam nicht, was er nie vorgehabt hatte. Und Trump erinnerte daran, dass es nur auf zwei Länder ankommt: die USA und Russland. Sie führen einen Stellvertreterkrieg in der Ukraine. Bewegung werde es erst geben, so Trump, wenn er und Putin sich träfen. Basta!
Nun rächt sich, dass Europa nie Pläne für eine friedliche Lösung des Konflikts hatte. Jetzt stiehlt sogar der Vatikan die Show.
Europa sitzt zwischen allen Stühlen: zu schwach (und feige), um den Krieg militärisch zu entscheiden, stark genug, einen Frieden zu verhindern.