Lima
US-Präsident Trump rechtfertigt seinen militärischen Aufmarsch gegen die Maduro-Diktatur mit Drogenlieferungen aus Venezuela, die gestoppt werden müssten. Zwar betreffen die Prozesse in New York gegen Maduro und seine Narco-Generäle vor allem Kokain-Lieferungen in die USA. Doch diese sind alle älteren Datums. Der grösste Teil des in Kolumbien, Peru und Bolivien produzierten Kokains gelangt heute nicht mehr via Venezuela in die USA, sondern über die Pazifikroute.
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Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf UN-Quellen berichtet, ist Venezuela vor allem ein Hub für den Kokain-Schmuggel nach Europa. Die klassische Route führt über westafrikanische Länder und wird von islamistischen Dschihadisten kontrolliert, welche den Stoff nach Europa und Ozeanien weiterleiten.
Zum Teil wird das Kokain von Venezuela aber auch direkt nach Europa verschifft. Im letzten Jahr griff die spanische Polizei vor den kanarischen Inseln ein Fischerboot aus Venezuela mit 3,3 Tonnen Kokain an Bord auf. Eine ähnliche Ladung aus Venezuela (2,2 Tonnen) wurde 2023 vor der Küste Irlands gestoppt. Erst kürzlich kaperten die Portugiesen auf dem Atlantik ein venezolanisches U-Boot (ein sogenanntes Semisubmersible) mit 1,7 Tonnen Koks an Bord.
Die kriminellen Banden, die Venezuela beherrschen, sind global vernetzt. Viele von ihnen meiden die USA mittlerweile tunlichst. Libanesische Netzwerke, denen Verbindungen zur Hisbollah nachgesagt werden – der Saleh-Klan in Maracaibo, der Rada-Klan in Valencia, der Nassereddine-Klan in Puerto La Cruz – sind darum besorgt, die illegalen Einkünfte über die Finanzmärkte im Nahen Osten ins globale Finanzsystem zurückzuschleusen. Ihre Namen sind bekannt. Doch sie haben vom Maduro-Regime nichts zu befürchten. Sie sind ein Teil davon.
Donald Trump mag es nicht so genau nehmen mit der komplexen Wahrheit. Sein Aussenminister Marco Rubio, der akzentfrei Spanisch spricht und sich bestens auskennt in Lateinamerika, wirkt überzeugender. Zur Kritik aus Europa bezüglich des US-Aufmarsches in der Karibik meinte er kürzlich: «Vielleicht sollten sie uns eher danken.»