Trumps Plan eines schnellen Sieges im Iran sei «krachend gescheitert», sagt der ehemalige CIA-Chef Leon Panetta im Gespräch mit der Bild-Zeitung. «Was als Blitzkrieg gedacht war, ist jetzt ein festgefahrener Konflikt», erklärt er. Die USA und ihr Verbündeter Israel haben sich laut Panetta «massiv verkalkuliert». Erste Angriffe hätten das Regime nicht geschwächt, sondern stabilisiert. «Sie glaubten, erste Schläge würden das Regime zum Einsturz bringen – das Gegenteil ist passiert.»
Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved.
Das iranische Führungssystem habe den Bombenhagel überstanden und erhalte mit der Blockade der Strasse von Hormus den Druck aufrecht. Panetta sagt, die Blockade halte «die ganze Weltwirtschaft in Geiselhaft». Solange die Meerenge geschlossen bleibe, gebe es «keinen Exit aus dem Krieg».
Zugleich kritisiert Panetta Trumps Vorgehen als unkoordiniert. Der Führungsstil wirke «weniger wie Strategie und mehr wie Improvisation». Nach dem gescheiterten Versuch eines Regimewechsels wisse niemand mehr genau, «wofür dieser Krieg eigentlich geführt wird».
Panetta sieht die Unterstützung für Trump schwinden. «Die Unterstützung bröckelt – und Trump spürt das», sagt er. Ein Abkommen mit dem Iran könne «sein einziger Ausweg sein». Das Regime in Teheran könnte jedoch gestärkt aus dem Konflikt hervorgehen. «Das Überleben wird zur Propaganda und zur neuen Machtbasis.»
Zudem hebt Panetta die Rolle von CDU-Kanzler Friedrich Merz hervor. «Er hat die Schwachstellen dieses Krieges sehr direkt angesprochen», sagt er. Ehrliche Kritik könne die transatlantischen Beziehungen langfristig stärken.