Ex-Diplomat kritisiert in der NZZ die Politik des Westens rund um die Ukraine. Seit 2014 sei es zu einer Reihe von «katastrophalen Fehlleistungen» gekommen
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Ex-Diplomat kritisiert in der NZZ die Politik des Westens rund um die Ukraine. Seit 2014 sei es zu einer Reihe von «katastrophalen Fehlleistungen» gekommen

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Ex-Diplomat kritisiert in der NZZ die Politik des Westens rund um die Ukraine. Seit 2014 sei es zu einer Reihe von «katastrophalen Fehlleistungen» gekommen
Ex-Diplomat kritisiert in der NZZ die Politik des Westens rund um die Ukraine. Seit 2014 sei es zu einer Reihe von «katastrophalen Fehlleistungen» gekommen
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Günther Baechler, als Diplomat früher bei verschiedenen Friedensabkommen vermittelnd tätig und unter anderem Botschafter in Georgien und Armenien, kritisiert in einem Gastbeitrag in der NZZ den Umgang des Westens mit der Ukraine. Eine Reihe von Fehlleistungen hätten Europa «an den Rand einer Katastrophe gebracht».

OLIVIER HOSLET / KEYSTONE
KEYPIX - epa12602246 Danish Prime Minister Mette Frederiksen (L), European Council President Antonio Costa (C) and European Commission President Ursula von der Leyen (R) at the end of the EU Council Summit in Brussels, Belgium, 19 December 2025
OLIVIER HOSLET / KEYSTONE

Statt den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine seit 2014 durch glaubwürdige kollektive Diplomatie einzudämmen, sei er schrittweise ausgeweitet und europäisiert worden – mit der Folge, dass heute jeder Staat aufrüste, anstatt gemeinsam auf ein Kriegsende hinzuarbeiten.

Baechler identifiziert fünf zentrale Fehlleistungen. Erstens seien Sicherheitsgarantien gegenüber der Ukraine stets unglaubwürdig geblieben. Das Budapester Memorandum von 1994 habe sich spätestens mit der Annexion der Krim als wertlos erwiesen, da auf die zugesagten «entsprechenden Reaktionen» der Garantiemächte nichts folgte.

Zweitens hätten vage Nato-Beitritt-Versprechen die Ukraine und Georgien in einen politischen Schwebezustand geführt. Der Nato-Gipfel von Bukarest 2008 ist für Baechler der historische Tiefpunkt westlicher Diplomatie.

Drittens kritisiert er den Umgang mit Waffenstillständen. Die Minsker Abkommen seien trotz systematischer Verletzungen jahrelang hingenommen worden, ohne sie durch ein robustes internationales Mandat abzusichern. Russland habe das Einfrieren des Konflikts gezielt zur militärischen Vorbereitung genutzt.

Viertens bemängelt Baechler intransparente und einseitige Gesprächsformate, die Europa politisch marginalisiert hätten. Statt eines strukturierten europäischen Verhandlungsprozesses dominierten erratische Alleingänge, insbesondere aus Washington.

Die fünfte Fehlleistung sieht Baechler in der wachsenden Asymmetrie zwischen Aggressor und Opfer. Die Ukraine werde militärisch eingeschränkt, während Russland seine Maximalforderungen durchsetze und das Opfer propagandistisch zum Kriegstreiber erkläre.

Sein Fazit ist unmissverständlich: Höre die Ukraine auf, sich zu verteidigen, gebe es keine Ukraine mehr, sondern «russische Friedhofsruhe».

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.