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Der ehemalige belgische Minister und Ex-EU-Justizkommissar Didier Reynders steht unter Anklage wegen Geldwäsche. Das bestätigte ein Medienkonsortium aus Le Soir, Le Vif, De Standaard und Follow The Money. Demnach wurde der langjährige Spitzenpolitiker bereits am 16. Oktober vom Untersuchungsrichter vernommen.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwischen 2008 und 2018 soll Reynders fast 700.000 Euro in bar auf ein persönliches Konto bei der ING-Bank eingezahlt haben. Um die Herkunft der Gelder zu verschleiern, soll er in Verkaufsstellen «E-Tickets» – Lotterie-Gutscheine im Wert von bis zu 100 Euro – gekauft und deren Gewinne über ein digitales Spielkonto der belgischen Nationallotterie wieder in den legalen Geldkreislauf eingebracht haben. Diese Gewinne wurden laut Berichten auf sein Girokonto überwiesen. Parallel dazu setzte Reynders ab 2018 auffällig häufig Bargeld bei Glücksspielen ein. Die Bank meldete die ungewöhnlichen Transaktionen jedoch erst 2023 der belgischen Anti-Geldwäsche-Behörde (CTIF).
Eine Anklage bedeutet in Belgien, dass ein Richter die Beweise für ausreichend hält, um ein Strafverfahren einzuleiten – die Unschuldsvermutung bleibt jedoch bestehen.