Die französische Kulturministerin Rachida Dati steht im Zentrum einer weitreichenden Korruptionsermittlung. Wie die französische Finanzstaatsanwaltschaft bestätigte, durchsuchte die Polizei am Donnerstag Datis Privatwohnung, das Kulturministerium sowie das Rathaus des Pariser Bezirks, den sie als Bürgermeisterin leitet.
Laut der Nachrichtenagentur AFP wird Dati verdächtigt, während ihrer Zeit als EU-Parlamentarierin zwischen 2009 und 2019 nicht deklarierte Honorare in Höhe von 299.000 Euro vom damaligen Energiekonzern GDF Suez (heute Engie) erhalten zu haben. Die Vorwürfe lauten auf Korruption, Einflussnahme und Veruntreuung öffentlicher Gelder.
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Die Ermittlungen wurden bereits im Oktober 2023 aufgenommen und beruhen unter anderem auf einem Bericht der Finanzüberwachungsstelle Tracfin. Eine formelle Anklage wurde bisher nicht erhoben.
Dati, einst Justizministerin unter Präsident Nicolas Sarkozy, gilt als prominente Vertreterin des rechten Flügels in Emmanuel Macrons politischem Lager und war als Kandidatin für das Pariser Bürgermeisteramt im Gespräch.