Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs haben sich seit dem Amtsantritt von Donald Trump an Joe Biden gewandt, um seinen Rat einzuholen. Das erklärte der frühere US-Präsident bei einer seltenen öffentlichen Rede in San Diego. Biden sprach dort vor Tausenden Personalverantwortlichen an einer Konferenz der US-Berufsvereinigung SHRM, berichtet das Wall Street Journal.
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Er sei «nicht wieder aktiv in der Politik», sagte der 82-Jährige, «aber ich gebe Ratschläge». Die Namen der europäischen Regierungschefs nannte Biden nicht, deutete aber an, dass ihre Bitten mit der Sorge über eine geopolitische Neuausrichtung der USA unter Trump zusammenhingen.
Die Vereinigten Staaten drohten, sich von der Weltbühne zurückzuziehen, warnte Biden. «Wir haben die Nato signifikant gestärkt», sagte er über seine Amtszeit. Heute jedoch sei vieles davon bedroht.
Laut dem Bericht des Wall Street Journal erklärte Biden, dass viele Errungenschaften seiner Präsidentschaft sich derzeit in rasendem Tempo aufzulösen begännen. Ohne Trump namentlich zu erwähnen, kritisierte er deutlich dessen außenpolitischen Kurs. Auch im Inland verändere sich das Land rasant: «Viele Dinge, für die ich so verdammt hart gearbeitet habe, verändern sich jetzt so schnell.»
Seit seiner Abwahl hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Erst im Mai war bekannt geworden, dass er an einer aggressiven Form von Prostatakrebs leidet. Seine Rede in San Diego war der bisher längste öffentliche Auftritt seit dieser Diagnose.