Die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur haben nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen ein umfassendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Dies berichtet Euractiv. Die Einigung wurde am Samstag in der paraguayischen Hauptstadt Asunción besiegelt.
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen erklärte, das Abkommen stehe für «fairen Handel statt Zölle» und für eine langfristige Partnerschaft. Wenn zwei Regionen dieser Grösse gemeinsam aufträten, «wird die Welt zuhören», sagte von der Leyen bei der Zeremonie. Das Abkommen umfasst rund 700 Millionen Menschen in Europa und Südamerika.
PRESIDENCIA DE PARAGUAY HANDOUT / KEYSTONE
Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hatte zuvor grünes Licht gegeben, obwohl Frankreich und Polen Widerstand leisteten. Unterzeichnet wurde das Abkommen im Gebäude der Zentralbank Paraguays, wo 1991 auch der Mercosur gegründet worden war. Neben von der Leyen nahm EU-Ratspräsident António Costa teil. Für die Mercosur-Staaten waren unter anderem die Präsidenten Argentiniens, Paraguays und Uruguays anwesend.
Das Abkommen muss noch politisch und rechtlich bestätigt werden. Am Mittwoch steht im Europäischen Parlament eine entscheidende Abstimmung an. Dabei könnte eine Anfechtung vor dem Europäischen Gerichtshof angestossen werden. In mehreren EU-Staaten protestieren Landwirte gegen das Abkommen, sie befürchten Wettbewerbsnachteile durch Agrarimporte aus Südamerika.