Historisch betrachtet erlebte die Schweiz 2025 trotz Rückgang ein starkes Zuwanderungsjahr. Rund 165.000 Ausländerinnen und Ausländer zogen zu, während 83.000 das Land verliessen – resultierend in einer Nettozuwanderung von 75.000 Personen. Das sind 10 Prozent weniger als 2024.
Hinzu kamen 25.781 Asylgesuche (inklusive 4820 Sekundärgesuche) sowie 12.897 Aufenthaltsbewilligungen mit Schutzstatus S für Geflüchtete aus der Ukraine.
Ennio Leanza/Keystone
Während die Zuwanderung hohe Niveaus hält, sieht es auf dem Arbeitsmarkt anders aus – wie die neuen Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen.
256.000 Menschen hatten Ende 2025 keinen Job. Das sind 31.000 mehr als im Vorjahr.
Besonders alarmierend: Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) stieg in der Schweiz von 8,3 auf 8,9 Prozent.
Ebenso besorgniserregend: Zum Jahreswechsel waren 88.000 Personen langzeiterwerbslos (mindestens ein Jahr); das sind 11.000 mehr als im Vorjahr.
Hohe Zuwanderung, steigende Arbeitslosigkeit – ein Widerspruch, der Fragen aufwirft. Es ist das grösste Geheimnis in Bundesbern, dass die politische Elite, Verwaltung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften weiterhin behaupten, die Zuwanderung sei rein arbeitsmarktorientiert.
Nein, das ist sie offensichtlich in grossen Teilen nicht. Sonst würde es gelingen, die Zuwanderung so zu steuern, dass die Arbeitslosigkeit nicht derart stark ansteigt.
Der Souverän muss jetzt entscheiden: so weiter oder mit der «Keine 10 Millionen Schweiz»-Initiative den Verantwortlichen signalisieren, dass Anpassungen notwendig sind?