Geografie und Geschichte sind in der Schule relativ unbeliebt. Entsprechend schlecht schneiden viele Schüler ab.
Wer hätte gedacht, dass dies auch auf die EU zutrifft. Speziell auf das Spitzenpersonal in der Kommission.
Deren Chefin gibt die Geografin. Russland, so hat sie erkannt, sei darauf aus, «die Landkarten ständig neu zu zeichnen».
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Ihre fürs Äussere zuständige Kommissarin Kaja Kallas versucht sich derweil als Historikerin. Russland, so die Estin, habe in den letzten hundert Jahren schon neunzehn Länder überfallen.
Abgesehen davon, dass es zwischen 1925 und 1992 Russland gar nicht gab, käme man bei der Sowjetunion auch dann nicht auf neunzehn, wenn man die Besetzung Deutschlands und Österreichs 1945 hinzurechnet.
Europas Landkarten haben sich tatsächlich seit den Neunzigern verändert. Die Vielvölkerreiche UdSSR und Jugoslawiens barsten und gebaren neue Staaten. Moskau führte dabei nicht die Feder. Eher die Nato. Auf dem Balkan nicht mit dem Griffel, sondern mit Bomben.
Aber was bedeuten schon geografische und historische Fakten? Wenn es gegen Russland geht, ist jeder Unsinn erlaubt.