Ein neuer Band der Globi-Kinderbuchreihe hat in der Schweizer Landwirtschaft heftige Kritik ausgelöst. Im Buch «Globi und der Wald» wird behauptet, dass «80 Prozent der Ernährung der Kühe» aus Körnern oder Soja bestehen – eine Aussage, die laut Branchenvertretern nachweislich falsch ist.
Die Passage auf Seite 65, in der Sojaimporte aus dem Amazonasgebiet thematisiert werden, sorgt insbesondere bei Milchbauern für Unverständnis, berichtet das Portal Schweizer Bauer. «Globi verunglimpft die Landwirtschaft», schreibt etwa Vanessa Monhart aus dem Kanton Zürich, die kaum Kraftfutter verfüttert und stattdessen auf hofeigenes Getreide setzt.
Auch Sabrina Schlegel, Präsidentin von Mittelland-Milch, kritisiert die «schädliche Falschinformation» und erinnert daran, dass Schweizer Milchkühe im Durchschnitt zu 87 Prozent mit Gras, Heu und Silage gefüttert werden. Der Sojaanteil sei gering – und zudem überwiegend aus europäischem Anbau, so das Soja-Netzwerk Schweiz.
Kinderbuchautor Atlant Bieri räumte den Fehler ein. «Es handelt sich bei den 80 Prozent tatsächlich um eine falsche Zahl, die wir leider beim Korrekturlesen übersehen haben. Es wird dazu ein Korrigendum auf der Buchwebsite geben. Es ist ärgerlich, wenn sich nach zwei Jahren Arbeit ein solcher Fehler einschleicht», kommentierte er auf Linkedin. Ein Korrigendum sei in Arbeit. Gleichwohl verteidigte er den Hinweis auf die globale Problematik von Sojaanbau in ehemaligen Regenwaldgebieten.
Fachleute wundern sich auch über das wissenschaftliche Lektorat: ETH-Professor Andreas Rigling, als Experte genannt, hatte das Manuskript begutachtet – und die fehlerhafte Angabe offenbar übersehen. Weitere Passagen des Buchs, etwa zur Nutzung von Energieholz, seien ebenfalls überzeichnet, bemängelt die Fachzeitung Schweizer Bauer.