Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, pornografische Inhalte unter ihrer Identität versendet zu haben. Das geht aus einem Interview mit dem Portal Nius hervor. Bislang berichteten Medien, dass sie Vorwürfe wegen der Verbreitung pornografischer Deepfake-Videos von ihr selbst erhebt.
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Fernandes hatte laut Spiegel Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet, unter anderem wegen Identitätsdiebstahls, Beleidigung und Körperverletzung. Sie wirft ihm zudem wiederholte körperliche Übergriffe sowie psychische und emotionale Gewalt vor und spricht von einem «Klima des Zwangs und der anhaltenden Gewalt» über mehrere Jahre.
Gemäss dem Bericht soll Ulmen zudem über längere Zeit Fake-Profile unter ihrem Namen betrieben, mit Männern kommuniziert und pornografische Inhalte verschickt haben. In einer E-Mail an einen Strafverteidiger habe er einen «höchstvertraulichen Sachverhalt» geschildert und erklärt, er habe «leider einen sexuellen Fetisch» entwickelt sowie wiederholt entsprechende Profile angelegt und «bis hin zum Sex-Talk» kommuniziert, um den Eindruck von «private[n] Sextapes» zu erwecken. Ulmens Anwalt weist die Vorwürfe öffentlich als «unwahre Tatsachen» zurück. Ermittlungen laufen.
Fernandes unterscheidet im Nius-Interview zwischen sogenannten deepnudes, die von Dritten im Internet erstellt worden seien, und pornografischen Videos, die ein Täter unter ihrem Namen verschickt habe. Männer hätten sie darauf aufmerksam gemacht und die Echtheit der entsprechenden Profile angezweifelt. Einen direkten Beleg dafür, dass konkrete Deepfake-Videos von ihr selbst verbreitet worden seien, führt sie in den Antworten nicht an.
Zugleich weist Fernandes Darstellungen zurück, wonach zentrale Aussagen strategisch abgestimmt worden seien. Es habe «keine Absprachen zwischen Christian Schertz und mir» gegeben. Auch eine gezielte Formulierung des Satzes «Du hast mich virtuell vergewaltigt» verneint sie. Dabei handle es sich um eine private Nachricht, die sich «auf ein fehlendes Unrechtsbewusstsein des Täters bezog».
Darüber hinaus erklärt Fernandes, es habe weder Absprachen mit dem Bundesjustizministerium noch mit der Organisation Hate Aid gegeben.