Bill und Hillary Clinton kehren unfreiwillig ins Zentrum der amerikanischen Politik zurück: Beide haben sich bereit erklärt, vor dem US-Kongress im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal auszusagen. Hintergrund ist der Druck des republikanisch geführten Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus – doch auch mehrere Demokraten stimmten der Vorladung zu, berichtet die NZZ.
The Washington Post
Der frühere US-Präsident soll laut US-Justizakten in den frühen 2000er Jahren enge Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gepflegt haben. So flog Clinton wiederholt mit dessen Privatjet und empfing Epstein mindestens siebzehn Mal im Weissen Haus. Besonders brisant: Ein kürzlich veröffentlichtes Bild zeigt Clinton in einem Pool mit Ghislaine Maxwell, der verurteilten Mittäterin Epsteins, und einer weiteren Frau. Clinton beteuert, nichts von den Verbrechen gewusst und den Kontakt 2006 abgebrochen zu haben.
Die Republikaner wittern eine Chance, die Clintons – und damit eine Ikone der Demokraten – öffentlich in die Mangel zu nehmen. Ausschussvorsitzender James Comer hatte bereits im Sommer mehrere Ex-Regierungsmitglieder vorgeladen, darunter die Clintons. Nachdem diese zunächst nicht erschienen waren, drohte der Ausschuss mit einer Anklage wegen Missachtung des Kongresses – ein Schritt, der bis zu einer Haftstrafe führen kann.
Am Montag lenkte das Ehepaar schliesslich ein. Bill Clinton soll am 27. Februar, Hillary Clinton am 26. Februar vor dem Ausschuss aussagen – unter Eid.