Fall Jimmy Kimmel: Der US-Comedian kriecht ein bisschen zu Kreuze
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Fall Jimmy Kimmel: Der US-Comedian kriecht ein bisschen zu Kreuze

So viel Aufmerksamkeit bekam Show-Mann Jimmy Kimmel noch nie. Vor einer Woche setzte ihn Disney vorübergehend ab, weil er in seiner Sendung «Jimmy Kimmel Live!» den Attentäter des Trump-Vertrauten Charlie Kirk in die Nähe der Trump-Anhänger gerückt hatte.

O-Ton Kimmel vom 15. September: «Wir hatten am Wochenende einige neue Tiefpunkte, als die Maga-Gang verzweifelt versuchte, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als alles andere als einen der ihren darzustellen, und alles tat, daraus politischen Kapital zu schlagen.»

© 2025 Disney. All rights reserved.
KEYPIX - This image released by Disney shows Jimmy Kimmel hosting his late night show "Jimmy Kimmel Live!" in Los Angeles on Tuesday, Sept
© 2025 Disney. All rights reserved.

Gestern kehrte Kimmel nach einer sechstägigen Zwangspause auf dem Disney-Sender ABC an den Bildschirm zurück. Der emotionale Late-Night-Moderator entschuldigte sich nicht direkt, kroch aber ein bisschen zu Kreuze. Er habe niemals die Absicht gehabt, «eine bestimmte Gruppe» für die Handlungen «eines zutiefst gestörten Individuums» verantwortlich zu machen. «Das war wirklich das Gegenteil von dem, was ich eigentlich sagen wollte, aber ich verstehe, dass es für manche unpassend oder unklar oder vielleicht beides war», erklärte der Comedian, den Tränen nah. Und: «Ich glaube nicht, dass der Mörder, der Charlie Kirk erschossen hat, irgendjemanden repräsentiert.»

Die Mutter von Tyler Robinson, so hiess der beschuldigte Schütze, sagte jedoch, dass sich ihr Sohn kürzlich politisch nach links orientiert habe.

Die Suspendierung des Starmoderators erfolgte, nachdem der Vorsitzende der amerikanischen Medien-Regulierungsbehörde FCC, Brendan Carr, gesagt hatte, dass durch Kimmels «krankhafte» Aussagen Disneys Sendelizenzen in Gefahr sein könnte. Carr sagte, Kimmel sei Teil einer «konzentrierten Aktion» gewesen, um die Öffentlichkeit über die politische Ausrichtung des Kirk-Attentäters, dem 22-jährigen Tyler Robinson, zu täuschen, der laut FBI-Beamten und dem Gouverneur von Utah, Spencer Cox, eine «linke Ideologie» vertrat. Weiter sagte Carr, dass Rundfunkunternehmen, deren Lizenzen von der FCC erteilt werden, eine «Verpflichtung haben, im öffentlichen Interesse zu handeln».

In Disneys angeblichem Einknicken vor der Bundesbehörde sahen die meisten Kommentatoren den Todesstoss für die Redefreiheit im Land.

Präsident Donald Trump sah es anders. Er sagte, Disney habe Kimmel nicht wegen behördlichem Druck fallengelassen, sondern wegen der schlechten Quoten seiner Show. Diese Erklärung lieferte auch Brendan Carr nach, der bestritt, dass es sich um staatliche Zensur handelte: «Jimmy Kimmel ist aufgrund seiner Einschaltquoten in dieser Situation, nicht wegen irgendetwas, das auf Bundesebene passiert ist», sagte der FCC-Chef am Montag in New York.

Disney selber erklärte am gleichen Tag, dass man Kimmel suspendiert habe, weil das Unternehmen «eine weitere Verschärfung der angespannten Lage in einem emotionalen Moment für unser Land vermeiden» wolle und dass Kimmels Äusserungen «unangebracht und daher unsensibel» gewesen seien.

Ein Blick auf Jimmy Kimmels Quoten zeigt aber tatsächlich eine Talfahrt. Die New York Post schreibt, dass das Zuschauerinteresse im August stark zurückging und dass die Quote von «Jimmy Kimmel live!» bereits 2024 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent gesunken war. Kimmel ist seit 23 Jahren bei Disney angestellt, Branchenberichten zu folge verdient er rund 15 Millionen Dollar pro Jahr. Sein Vertrag mit ABC, der im September 2022 um drei Jahre verlängert wurde, läuft noch bis Mai 2026.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.