Fall Joung Gustav: Für Migros und Coop geht es weniger um die Schweizer Wähler als die zugewanderten Kunden
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Fall Joung Gustav: Für Migros und Coop geht es weniger um die Schweizer Wähler als die zugewanderten Kunden

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Da postet der Influencer und Vitaminwasser-Jungunternehmer Joung Gustav ein Video zur Asylpolitik – und Migros und Coop listen umgehend seine Produkte aus. Wieso dies?

Natürlich spielt bei solchen Entscheidungen vieles mit – etwa vorausgehende Spannungen oder neue Produktstrategien. Gleichwohl liegen drei Thesen nahe.

1. An der Qualität des strittigen Videos lag es nicht. Dichte und Klarheit der präsentierten Evidenz und Berechnungen sind hoch. Klar kann man die Aussagen hinterfragen. Aber im Vergleich zum in sozialen und traditionellen Medien Üblichen war das nicht unfundiert.

Jasmin Karim für die Weltwoche
Influencer Joung Gustav.
Jasmin Karim für die Weltwoche

2. Die Reaktion von Migros und Coop könnte Joung Gustav recht geben. Im Video sagt er, infolge des steigenden Ausländeranteils könnten dereinst die Meinungen der Schweizer nicht mehr zählen. Zu seiner Verteidigung sagte er später, immerhin habe die Mehrheit der Wähler so gestimmt, wie es sein Video vertreten habe. Doch das Argument beeindruckt Migros und Coop kaum. Denn sie wollen wohl nicht den Schweizer Wählern gefallen, sondern den potenziellen Kunden, was angesichts des Ausländeranteils – bei den 30- bis 40-Jährigen liegt er bei rund 40 Prozent – schon heute etwas ganz anderes ist.

3. Vitamin 3B wirkt. Joung Gustav spricht nur über Zuwanderung in den Asylbereich, also einen kleinen Teil der Zuwanderung. Weshalb reagieren Migros und Coop trotzdem so allergisch? Heute wird oft die Zuwanderung aus der EU mit jener ins Asylwesen vermischt. Manche Gegner der EU-Personenfreizügigkeit instrumentalisieren die Probleme im Asylbereich, und manche Befürworter das Leid. Wer sind die Befürworter der Personenfreizügigkeit? Mit der Bevölkerung wächst das Bruttoinlandprodukt (BIP), aber nicht das BIP pro Kopf. Für die Lebensqualität der «Normalbürger» zählt Letzteres. Für die «Spezialbürger», die in Politik, Verbänden und Wirtschaft oben stehen, zählen auch die Bevölkerungsgrösse und das gesamte BIP, denn mit ihnen wachsen die Steuereinnahmen sowie die Umsätze, Gewinne und Boni in marktmächtigen Firmen. Oder kurz: Das Bevölkerungswachstum bringt ihnen Vitamin 3B: Budget, Bedeutung, Boni. Deshalb lieben viele Spezialbürger die Zuwanderung und verachten Kritik daran.

Reiner Eichenberger ist Professor für Theorie der Wirtschafts- und Finanzpolitik an der Universität Freiburg und Forschungsdirektor von Crema – Center for Research in Economics, Management and the Arts.

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