Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul hat eine falsche Darstellung zu Reisewarnungen für die Golfstaaten eingeräumt. Auf X schrieb er: «Ich bedaure den Irrtum im ‹Heute-Journal› gestern. Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar.»
Zuvor hatte Wadephul im ZDF«Heute-Journal» erklärt: «Wir hatten ja auch davor gewarnt, in diese Region noch zu reisen.» Bei Caren Miosga sagte er: «Wir haben nur das gemacht, was wir machen konnten, nämlich Reisewarnungen aussprechen.» Damit entstand der Eindruck, das Auswärtige Amt habe bereits vor Beginn der Angriffe gewarnt.
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Tatsächlich veröffentlichte das Auswärtige Amt die offiziellen Reisewarnungen für Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate am 28. Februar – am selben Tag, an dem Israel und die USA militärisch gegen den Iran vorgingen. Für den Iran selbst galt schon zuvor eine Warnung.
Die zeitliche Abfolge ist entscheidend. Besteht vor Reiseantritt eine formelle Reisewarnung, müssen Veranstalter Pauschalreisen in der Regel absagen oder sich um die Rückreise kümmern. Fehlt sie, liegt die Organisation von Evakuierungen meist beim Staat.
Wadephul verwies darauf, sein Ministerium habe «seit Mitte Januar» vor einer möglichen Eskalation gewarnt. Eine offizielle Reisewarnung für die betroffenen Golfstaaten gab es jedoch erst mit Beginn der Kampfhandlungen.