Eine vom Bundeskriminalamt veröffentlichte Studie sieht bei jungen Muslimen in Deutschland eine hohe Anfälligkeit für islamistische Einstellungen. Laut dem «Motra-Monitor» sind 2025 insgesamt 45,1 Prozent der Muslime unter 40 Jahren latent oder manifest islamismusaffin.
Der 598 Seiten umfassende Bericht des Projekts «Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung» wird unter anderem vom Bundesinnenministerium und vom Familienministerium gefördert. Die Ergebnisse werden vom Bundeskriminalamt veröffentlicht.
HANNIBAL HANSCHKE / KEYSTONE
Die Forscher schreiben, dass «manifeste islamistische Einstellungen bei den unter 40-jährigen Muslimen mit 11,5 Prozent am stärksten verbreitet sind». Als manifest gelten laut Studie offen ausgeprägte islamistische Haltungen.
Zusätzlich stellten die Autoren eine Gruppe mit «latent islamismusaffinen Einstellungen» fest. Ihr Anteil sei seit 2021 deutlich gestiegen und liege 2025 bei 33,6 Prozent der Muslime unter 40 Jahren. Latent bedeutet laut Studie, dass entsprechende Einstellungen vorhanden sind, ohne dass eine offene Radikalisierung sichtbar ist.
Beide Gruppen zusammen ergeben laut Bericht 45,1 Prozent der unter 40-jährigen Muslime in Deutschland.
Die Islamismus-Forscherin Susanne Schröter erklärte der Bild-Zeitung: «Islamismusaffin heisst, dass Muslime islamistische Interpretationen des Islam für richtig halten, sich zu islamistischen Organisationen hingezogen fühlen, die der Muslimbruderschaft oder dem Salafismus nahestehen, dass sie die Scharia dem Grundgesetz vorziehen und in der Regel auch antisemitische Vorurteile haben.»