Während in den Chefetagen der EZB und der Federal Reserve die Ratlosigkeit regiert und die geopolitischen Brandstifter im Nahen Osten die Weltmärkte in Atem halten, gibt es – aus Schweizer Sicht – eine gute Nachricht: Der Schweizer Franken ist zurück. Und zwar nicht irgendwie, sondern als der «einzige, unbestrittene Safe Haven» dieser Erde.
Gaetan Bally/Keystone
Alexandra Janssen, Ökonomin und Leiterin der Vermögensverwaltung der Ecofin-Gruppe, hat dies im Podcast mit Niko Jilch «Was Bitcoin bringt» auf den Punkt gebracht. Während der US-Dollar, dieses einstige Monument monetärer Macht, zunehmend zum Spielball politischer Launen und einer ausufernden Verschuldungsorgie wird, bleibt der Franken das, was er immer war: ein Fels in der Brandung.
Die Erzählung vom Dollar als sicherem Hafen bekommt demnächst Risse. Wenn es hart auf hart kommt, blicken die Investoren heute nicht mehr voller Vertrauen nach Washington, sondern in die Schweiz. Warum? Weil hinter dem Franken noch eine Wirtschaft steht, die – trotz aller Versuche der EU-Anbauberater, uns zu schwächen – eine Resilienz aufweist, von der man in Brüssel oder Berlin nur träumen kann.
Janssen erklärt, ein echter sicherer Hafen brauche zwei Dinge. Erstens eine stabile Währung und zweitens eine Wirtschaft, die man nicht so leicht «totkriegt». Und die Schweiz liefert beides, wobei die Widerstandskraft der US-Wirtschaft auch beachtlich sei. Während der Rest der Welt im inflationären Nebel stochert, wertet der Franken in Krisenzeiten zuverlässig auf. Das ist kein Zufall, das ist das Ergebnis einer (noch immer) soliden Haushaltspolitik und einer Unabhängigkeit, die wir uns um keinen Preis nehmen lassen dürfen.
Doch Vorsicht ist geboten, besonders für jene Schweizer Investoren, die ihr Heil in der Ferne suchen. Janssen warnt vor der «doppelten Bestrafung»: Wer in Dollar oder Euro flüchtet, wenn die Welt brennt, verliert gleich zweifach: einmal durch fallende Kurse und einmal durch die unerbittliche Stärke des Frankens.