Feuerwerk an Floskeln: Was bleibt vom CDU-Parteitag? Was will Friedrich Merz?
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Feuerwerk an Floskeln: Was bleibt vom CDU-Parteitag? Was will Friedrich Merz?

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Wenn demnächst ein Abreisskalender mit «wohlfeilen Sprüchen für jeden Tag und jede Gelegenheit» erscheint, hätte der Bundeskanzler in seiner Rede auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart schon einen reichen Vorrat angelegt.

«Wir sind die Partei der Zuversicht für Deutschland.»

«Wir denken positiv, und wir wollen etwas schaffen.»

«Wir lassen uns von den Mäklern und Defätisten nicht runterziehen. Wir lassen das einfach nicht zu.»

KAY NIETFELD / KEYSTONE
Feuerwerk an Floskeln: Was bleibt vom CDU-Parteitag? Was will Friedrich Merz?
KAY NIETFELD / KEYSTONE

«Wir setzen neue Prioritäten. Für Deutschland in einem geeinten Europa.»

«‹Wir› heisst immer auch ‹Wir in Europa›.»

«Die Frage ist also nicht, ob wir diese Veränderungen schaffen, sondern, wie schnell wir diese Veränderungen schaffen.»

«Der Wandel eröffnet uns auch neue Chancen.»

«Wir müssen um das Vertrauen der Menschen kämpfen und ringen.»

«Täuschen wir uns nicht: Deutschland schaut auf uns.»

«Es geht um unser Land. Es geht um Deutschland in Europa.»

Merz brannte ein wahres Feuerwerk der Allgebrauchsfloskeln ab, so locker und leicht geschlagen wie ein Milky-Way-Riegel, und das mit voller Absicht. Es gehört zu den Besonderheiten der Union, es für professionell zu halten, taktisch motivierte Leerverkäufe mehr als zehn Minuten zu beklatschen und den wolkigen Redner anschliessend mit 91 Prozent wieder zum CDU-Bundesvorsitzenden zu wählen.

Von Anfang an war klar, dass Merz nicht mit spektakulären Botschaften, Projekten oder harten Reformforderungen den aktuellen Wahlkämpfern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in die Kampagne funken würde, und auch für die bevorstehenden Verhandlungen mit der SPD wollte man nicht durch harte Töne die Fronten verhärten.

Merz’ Mission lautete mithin: Euphorisch nichts sagen und mit warmer Luft heisse Begeisterung wecken.

Ein Kunststück, das gelang. Merz sprach Banalitäten («Wir müssen Leistungsbereitschaft belohnen!») in harter Artikulation aus, legte effektvolle Pausen ein, zog das Tempo zum Ende jedes Absatzes treibend an, um in einem Stakkato zu enden, das zwangsläufig den Saal zu fast berauschtem Beifall peitschte.

Am Ende waren knapp tausend Delegierte begeistert, Merz war gestärkt, eine irgendwie verwertbare Botschaft hat man sich gespart, und Deutschland ist weiter in der Krise. Demokratiesimulation vom Allerfeinsten.

Europa müsse auch wieder Technologieführer werden, hatte Merz in seiner Rede kämpferisch gerufen. Bei elektronischen Abstimmungsanlagen wird Deutschland jedenfalls noch nicht so schnell «Technologieführer». Die Technik versagte, und der Saal musste mit mehrstündiger Verspätung zur Abstimmung auf Zetteln zurückkehren. Läuft.

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