Das Weisse Haus hat Pakistan gezielt eingesetzt, um eine befristete Waffenruhe mit dem Iran auszuhandeln. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere anonyme, mit den Gesprächen vertraute Personen.
Die Initiative für die Feuerpause ging demnach direkt vom Umfeld von US-Präsident Donald Trump aus, obwohl dieser parallel öffentlich mit der «Zerstörung» des Iran drohte. Hintergrund waren laut Bericht steigende Ölpreise und die unerwartete Stabilität des iranischen Regimes. Washington drängte Islamabad über Wochen, Teheran zu einer Öffnung der Strasse von Hormus im Gegenzug für eine Kampfpause zu bewegen.
PD/The White House
Pakistan wurde laut Bericht auch deshalb als Vermittler ausgewählt, weil die USA davon ausgingen, dass der Iran ein Angebot eher von einem muslimisch geprägten Nachbarstaat akzeptieren würde als direkt von Washington. Islamabad sollte die amerikanische Position gegenüber Teheran politisch vermittelbar machen.
Pakistans Armeechef Asim Munir koordinierte den inoffiziellen Kanal und stand kurz vor der Einigung in engem Kontakt mit Trump, Vizepräsident J. D. Vance und dem Sondergesandten Steve Witkoff. Pakistan übermittelte dabei sowohl einen amerikanischen Fünfzehn-Punkte-Plan als auch iranische Gegenentwürfe mit fünf und zehn Punkten. Diskutiert wurden Waffenruhen zwischen 45 Tagen und zwei Wochen.
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif machte den Vorschlag für eine zweiwöchige Waffenruhe nach einem Gespräch Munirs mit Irans Aussenminister Abbas Araghtschi öffentlich. Dabei stellte Sharif die Initiative als pakistanischen Vorstoss dar, veröffentlichte jedoch versehentlich eine Entwurfsfassung mit der Betreffzeile «Entwurf — Mitteilung des pakistanischen Premierministers auf X». Laut Bericht hatte Teheran dem Grundsatz bereits zuvor zugestimmt, rang jedoch intern mit Widerstand innerhalb der iranischen Revolutionsgarden. Einzelne Fraktionen versuchten demnach zuletzt, die Verhandlungen mit Angriffen auf Energieinfrastruktur zu unterlaufen.
Die Lage bleibt fragil. Israel setzt Angriffe im Libanon fort, und innerhalb des Iran bestehen Differenzen über die Umsetzung. In Islamabad wird laut Bericht mit weiteren Störversuchen gerechnet.