Folgt man der Logik der Zürcher Gemeinderätin Sanija Ameti, müssten GLP und Operation Libero als «gesichert linksextrem» eingestuft werden
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Folgt man der Logik der Zürcher Gemeinderätin Sanija Ameti, müssten GLP und Operation Libero als «gesichert linksextrem» eingestuft werden

Smartspider sind unerbittlich. Sie fördern die wahren Motive hinter den Relativierungen, Nebelpetarden und Ausflüchten von Politikern ans Tageslicht. Denn die Grafiken messen die Volksvertreter nicht an Programmen und Versprechen, sondern an ihrem Abstimmungsverhalten. Da kann man nix schöntrinken, um es mit den Worten von Sanija Ameti zu sagen.

© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Sanija Ameti, Co-Praesidentin Operation Libero, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Lancierung der Europa-Initiative, am Dienstag, 2
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Die Zürcher Gemeinderätin Sanija Ameti, gewählt für die Grünliberalen, Frontfrau von Operation Libero und Hobbyschützin, hat nun aufgrund eines Smartspider-Diagramms entdeckt: Die Schweizer Partei SVP steht noch weiter rechts als die deutsche AfD. Die Volkspartei verdiene daher, so monierte Ameti auf Twitter, das Label «gesichert rechtsextrem».

Nun hat der als alles andere als rechtextrem geltende Politologe Claude Longchamps Ende 2022 Smartspider-Diagramme zu Sanija Ameti und drei weiteren Zürcher GLP-Politikern erstellt. Die Erhebung ist zwar nicht mehr ganz frisch, aber das ist jene zur SVP auch nicht. Mittlerweile ist Ameti zudem aus privaten Gründen (Stichwort: Malheur im Schiesskeller) aus der GLP ausgetreten. Doch die Smartspider-Diagramme der vier Zürcher GLP-Politiker sind praktisch deckungsgleich mit jenen der SVP und anderen europäischen rechtskonservativen Parteien – einfach spiegelverkehrt. Wo die einen nach rechts ausschlagen, schlagen die anderen etwa im gleichen Mass nach links aus.

Wer die SVP als «gesichert rechtsextrem» einstuft, müsste nach ametischer Logik die Zürcher GLP als «gesichert linksextrem» einstufen. Und die Operation Libero, wo Ameti als unangefochtene Primadonna den Ton angibt, gleich obendrein. Noch hat sie sich nicht klar zur Frage festgelegt, ob ein Parteiverbot, wie es in Deutschland angestrebt wird, auch in der Schweiz angezeigt wäre.

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