Frankreich will ein neues Hochsicherheitsgefängnis im Überseedepartement Französisch-Guayana errichten. Das «Monster-Gefängnis», wie es bereits genannt wird, soll 500 der gefährlichsten Straftäter des Landes aufnehmen – darunter Drogenbosse und islamistische Terroristen. Die Pläne wurden am Wochenende von Justizminister Gérald Darmanin in Saint-Laurent-du-Maroni vorgestellt. Zuerst berichtete die französische Zeitung Le Journal du Dimanche.
DR
Der Ort hat Symbolkraft: Hier befand sich einst die berüchtigte Strafkolonie aus dem Filmklassiker «Papillon». Nun sollen dort für 400 Millionen Euro moderne Trakte entstehen – mit gesonderten Sicherheitsbereichen für Drogen- und Terrorismusdelikte. Ziel ist es laut Darmanin, «die gefährlichsten Drogenhändler ausser Gefecht zu setzen» und sie von ihren Netzwerken zu isolieren.
Die Wahl des Standorts – umgeben von Dschungel, Sümpfen und tropischer Hitze – sei strategisch, um Ausbrüche nahezu unmöglich zu machen. Kritiker wie die Gewerkschaft CGT werfen der Regierung jedoch vor, das Überseegebiet als «Entsorgungsort» für Festlandkriminelle zu missbrauchen.
Frankreich reagiert damit auf wachsende Probleme im Justizsystem: Überfüllte Gefängnisse, eskalierende Gewalt und der wachsende Einfluss internationaler Drogenkartelle, insbesondere in Guayana, das als Einfallstor für Kokain nach Europa gilt.
Mit dem Bau soll noch dieses Jahr begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Es wäre das modernste und abgelegenste Gefängnis Frankreichs.