Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu ist nach nur 28 Tagen im Amt zurückgetreten. Was ist los in Paris?
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Die Weltwoche

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu ist nach nur 28 Tagen im Amt zurückgetreten. Was ist los in Paris?

Sonntagabend, kurz vor acht: Frankreich bekommt seine neue Regierung. Seit 27 Tagen war Premierminister Sébastien Lecornu im Amt. Regiert hat er mit den Ministern seines Vorgängers François Bayrou.

Die Franzosen rieben sich die Augen: Das neue Kabinett war praktisch identisch mit dem alten. Innenminister, Aussenminister, Justizminister – alles wie gehabt.

Die einzige Novität: Bruno Le Maire als Armeeminister, als Nachfolger von Lecornu. Sieben Jahre lang war Le Maire Emmanuel Macrons Wirtschafts- und Finanzminister, unter seiner Verantwortung stieg die Verschuldung um tausend Milliarden.

STEPHANE MAHE / POOL / KEYSTONE
epa12434376 French outgoing Prime Minister Sebastien Lecornu leaves after delivering a statement at the Hotel Matignon in Paris, France, 06 October 2025
STEPHANE MAHE / POOL / KEYSTONE

Nach der Auflösung des Parlaments setzte er sich an die ETH Lausanne ab. Vor wenigen Tagen noch erklärte er: Nie wieder Politik. Und jetzt ein Comeback als Kriegsminister in kriegerischen Zeiten und Symbol für den versprochenen Bruch mit Macron. Für die Republikaner ist Le Maire ein Verräter. Er hatte die Partei für ein portefeuille von Macron verlassen.

Am Sonntagnachmittag hatten die Republikaner über ihren Verbleib in der Regierung diskutiert. Parteichef und Innenminister Bruno Retailleau setzte sich durch – mit grosser Mehrheit. Ein Drittel der Regierung hatte man ihnen versprochen.

Von der Personalie Bruno Le Maire hatte Retailleau keine Ahnung.

Um 21.20 Uhr veröffentlichte er ein Communiqué: Am Montagmorgen werde die Partei nochmals über ihre Regierungsbeteiligung debattieren.

Lecornu kam ihm zuvor. Am Montagmorgen hielt er eine Ansprache an die Franzosen: Macron habe seinen Rücktritt akzeptiert.

Die Fahre geht weiter: Die Vereidigung der gestern ernannten Minister steht an. Sonst können sie nicht zurücktreten.

Zur Stunde tagen die Parteien. Sie fordern Neuwahlen – oder Macrons Rücktritt.

Die Börse und der Euro fallen, die Zinsen und der Dollar steigen.

Emmanuel Macron hat die Linke und Rechte zerstört. Seit seiner Wiederwahl – ohne Wahlkampagne – zerstört er seine Mitte. Seine früheren Premierminister Edouard Philippe und Gabriel Attal haben das Ministeramt abgelehnt.

Die Wahrheit lautet: Frankreich ist rechts. Kann aber wegen der Brandmauer nicht rechts regiert werden.

Versucht es Macron nach zwei Pleiten mit rechten Regierungschefs noch mit einem linken?

Er schweigt. Vom Fernsehen wurde er beim einsamen Spaziergang am Seineufer gefilmt. Um 13 Uhr tritt das Kabinett zum Eröffnungs- und Abschiedsessen beim kurzlebigsten Premierminister der Fünften Republik zusammen.

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