In den letzten Tagen und Wochen erleben wir eine eigenartige Propagandawelle zugunsten der Einwohner von Gaza. Eigenartig ist die Propaganda deshalb, weil nicht etwa die Hamas für die Zustände in Gaza haftbar gehalten wird, sondern allein die Israelis.
An Demonstrationen sind es dann nicht nur die Israelis, sondern die Juden im Allgemeinen, welche seither überall auf der Welt gezielt angegriffen und belästigt werden.
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Blenden wir zurück: Die Oslo-Übereinkunft zwischen Israel und den Palästinensern 1993 wäre ein Meilenstein gewesen, um Frieden in der Region zu bringen. Die Hamas, Gegenspielerin der Fatah von Jassir Arafat, welcher die Oslo-Verträge unterschrieben hatte, hat als einziges Ziel die Vernichtung von Israel und die Tötung von Juden auf der ganzen Welt.
Die Hamas hat ihre palästinensischen Brüder der Fatah in Gaza 2006 brutal eliminiert, was zur Teilung der palästinensischen Autonomiegebiete führte. Unter anderem hat man die Fatah-Kämpfer von Hausdächern geworfen.
Israel hingegen hatte sich unter Ariel Scharon 2005 gänzlich aus dem Gazastreifen zurückgezogen und sämtliche israelischen Siedlungen aufgegeben. Damit war es Sache der Palästinenser, welchen Weg sie gehen wollen. Sie haben sich für den Weg der Hamas entschieden.
Das Resultat ist hinlänglich bekannt; die Hamas hat jahrzehntelang Hilfsgelder von Uno und UNRWA in Milliardenhöhe nicht für die Bevölkerung, sondern für die militärische Aufrüstung ausgegeben. Gaza wurde zu einer militärischen Festung mit Hightech-Tunnels ausgebaut.
Moscheen, Spitäler und Schulen funktionierten auch als Abschussrampen und militärische Logistikzentren. Tausende von Raketen wurden aus Gaza auf Israel abgefeuert. Der schändliche Überfall am 7. Oktober 2023 auf Zivilisten in Kibbuzim in Israel und die Geiselnahme von Frauen, Kindern und alten Menschen zeigt das barbarische Verhalten der Hamas.
Die israelische Armee hat drei Ziele in Gaza: Befreiung der Geiseln, Entwaffnung der Hamas und Versorgung der Zivilbevölkerung mit Nahrung. Damit die Hamas nicht weiterhin die Zivilbevölkerung mit Uno-Nahrungsmitteln gefügig halten und Geld abpressen kann, haben Israel und die USA sich entschieden, eine eigene Hilfsorganisation auf die Beine zu stellen, welche sicherstellt, dass die Hilfe direkt bei den Zivilpersonen ankommt.
Dass die Hamas diese Hilfe torpediert, indem sie an Übergabeorten bewusst das Feuer auf ihre eigenen Leute eröffnet, wird bei uns komplett ausgeblendet. Dass Ägypten eine Grenze zu Gaza hat, welche seit Jahren hermetisch abgeriegelt ist, geht ebenso vergessen. Genauso wie die Tatsache, dass die Demonstranten, welche an den Checkpoint Rafah marschieren wollten, von den ägyptischen Behörden verhaftet und unverzüglich ausser Land geschafft wurden. Ägypten weiss, wer für das Chaos in Gaza verantwortlich ist, und dies ist nicht Israel.
Wer also etwas für die Zivilbevölkerung in Gaza an Demonstrationen erreichen will, muss vor allem zwei Dinge fordern: Freilassung der Geiseln und Free Palestine from Hamas.
Alfred Heer ist Nationalrat (SVP) und Mitglied der Schweizer Delegation im Europarat.