Friedliche Schweiz: Der neutrale Kleinstaat ist die Antithese zu den kriegsbesoffenen Grossmächten
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Friedliche Schweiz: Der neutrale Kleinstaat ist die Antithese zu den kriegsbesoffenen Grossmächten

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Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Das erleben wir wieder überall. Der Krieg, der für viele in Europa einer Welt von gestern anzugehören schien, eine fanatische Dummheit alter Tage, ist zurück auf der Agenda. Er bestimmt, direkt und indirekt, unseren Alltag, während anderswo Tausende sterben.

Friedliche Schweiz: Der neutrale Kleinstaat ist die Antithese zu den kriegsbesoffenen Grossmächten

Die ungeschminkte Wahrheit ist: Der Krieg war nie weg. Der Krieg war immer da. Er war uns oft nicht nahe genug, dass wir ihn wahrgenommen hätten. Das Morden zwischen den jugoslawischen «Brüdervölkern»? Eine Ausnahme, vergessen, verdrängt, abgehakt als atavistisches Stammesverhalten, wie es dutzendfach und blutig auch in Afrika vorkommt, von Ruanda über den Kongo bis zum Sudan.

Die Kriege in der Ukraine und rund um den Iran, wo eine ganze Region mit unkalkulierbaren Folgen hineingezogen wird, wirken anders auf uns. Sie beschädigen unser Sicherheitsempfinden frontal. Sie sind angekommen in unserem Bewusstsein. Krieg ist wieder ein Grundgefühl der Gegenwart.

Dabei zeigt sich ein Muster der Geschichte: Grossmächte neigen zum Krieg. Grossmächte führen Krieg, wenn sie Krieg führen wollen. Grossmächte führen Krieg, weil sie es können. Weil sie die Mittel dazu haben. Die anderen Mittel der Politik.

Die Schweiz ist die Antithese zu diesen kriegsbesoffenen Grossmächten. Nicht dass ihr das in die Wiege gelegt worden wäre. Sie musste sich in Marignano und anderswo eine blutige Nase holen, bevor sie sich besann. Doch sie hat daraus gelernt. Die ihr auch von den europäischen Grossmächten anempfohlene Neutralität ist zur Staatsmaxime einer Friedensexistenz geworden, die den Krieg als Mittel der Politik für immer («immerwährend») gestrichten hat, mit der einzigen Ausnahme der Selbstverteidigung im Angriffsfall («bewaffnet»).

In einer Welt, in der Kriege wieder normal zu werden drohen, in der Grossmächte Krieg führen, wie andere einkaufen gehen, ist die Eidgenossenschaft als Antithese umso wichtiger. Im Kriegstaumel, im Schlachthaus dieser Welt, deren Fantasie offenbar zu verkümmert ist, um die Schrecken des Kriegs zu erkennen, bevor und damit sie nicht eintreten, braucht es diesen kleinen, bescheidenen Flecken Erde, der beweist, dass es auch anders geht.

Doch der Krieg vernebelt auch die Hirne zu Hause. Bundesrat und Politiker von links bis rechts (die Volkspartei ausgenommen) verfallen dem grundfalschen Reflex, sich in diesen unsicheren Zeiten einem Machtblock anzuschliessen, sich der EU und der Nato anzudienen, die Neutralität zur blossen Worthülle verkommen zu lassen und damit die Existenz der Schweiz als friedliche Antithese von innen aufzufressen und zugleich von aussen zu gefährden. Bereits ruft US-Präsident Donald Trump die Allianzpartner dazu auf, mit in den Krieg gegen den Iran zu ziehen. Wer Öl wolle, müsse die Strasse von Hormus mit freibomben.

Ist es das, was der Bundesrat und die Parteienmehrheit wollen?

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