Die Gasspeicher in Deutschland haben sich in den vergangenen Wochen deutlich geleert, in Bayern liegen die Füllstände teils weit unter dem Bundesschnitt. Dies berichtet die Augsburger Allgemeine. Nach Angaben vom 8. Februar betrug der durchschnittliche Speicherstand bundesweit noch rund 27 Prozent, vor einem Jahr waren es fast 50 Prozent. Besonders niedrige Werte meldet Bayern: Ende Januar war der Speicher Wolfersberg zu 5 Prozent gefüllt, Schmidhausen zu 13 Prozent, Breitbrunn und Inzenham-West zu 17 Prozent sowie Bierwang zu 42 Prozent. Dies geht aus einer Anfrage der Grünen an die Bundesregierung hervor.
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Grüne und Energieverbände fordern angesichts der Entwicklung politische Konsequenzen. Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum sagte: «Bayern war schon einmal die Achillesferse der deutschen Versorgungssicherheit.» Sebastian Heinermann, Geschäftsführer des Speicherverbandes Ines, erklärte: «Der Status quo ist nicht tragfähig – bestehende Mechanismen sichern Versorgungssicherheit nicht ausreichend ab, weil die Anreize zur Befüllung der Gasspeicher unzureichend sind.»
Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sprach sich für eine nationale Reserve aus: «Zur Absicherung eines akuten Krisenfalls und unerwarteter externer Schocks ist die Schaffung einer Speicherreserve ein sinnvolles Instrument.» Auch Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller hält eine strategische Gasreserve für sinnvoll.
Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, ein Versorgungsengpass drohe trotz niedriger Füllstände nicht, da der Speicherbedarf gesunken sei.