Der Unternehmer Reinhold Würth hält es für möglich, dass eine CDU-geführte Minderheitsregierung im Bundestag Reformen auch mit Stimmen der AfD umsetzt. «Mehrheit ist Mehrheit», sagte der 89-Jährige im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. «Was die CDU fordert, ist gut. Wenn die AfD das unterstützt, egal aus welchem Grund, dann wäre das in Ordnung.»
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Würth hatte sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch zur AfD geäussert. Dennoch spricht er sich nun für einen pragmatischen Umgang mit Parlamentsmehrheiten aus. Der Gründer des gleichnamigen Weltkonzerns mit knapp 90.000 Mitarbeitern sieht in Friedrich Merz den Hoffnungsträger für eine wirtschaftliche Wende: «Die Wirtschaftswende gelingt, wenn man Friedrich Merz machen lässt und die SPD nicht blockiert.»
Den Aufschwung der AfD führt Würth auch auf die Politik früherer Regierungen zurück. Angela Merkel habe sich zu sehr am Zeitgeist orientiert. Viele Menschen verstünden nicht mehr, «in welche Gefahr wir uns begeben», so Würth.