Das Stück heisst «Lighter» und ist eine solide Mischung aus Country und Rap im Stil von Shaboozeys Hit «A Bar Song (Tipsy)». Die Fifa veröffentlichte das Lied vor wenigen Tagen. Es ist der erste offizielle Song zur Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli stattfindet. Es soll ein ganzes Album folgen. Der Amerikaner Jelly Roll singt den englischen Hauptteil, unterstützt – auf Spanisch – wird er vom mexikanischen Singer-Songwriter Carín León.
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Das Lied hat eine klare christliche Botschaft: «Good Lord, I’m feeling lighter», heisst es immer wieder. In Amerika ist christlicher Pop an der Tagesordnung, im fussballverrückten Europa ungewohnt. «Der Song steht für Beharrlichkeit, Dynamik und Spass, verbindet die Fans rund um die Welt und wird während des gesamten Turniers die Atmosphäre in den Stadien, bei Fanfesten und auf den Strassen prägen», sagte der Schweizer Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Jelly Roll aus Nashville, Tennessee, hat es denn auch in sich. Bei den diesjährigen Grammys gewann er gleich dreimal: beste Country-Duo-Performance («Amen»), beste zeitgenössische christliche Musik-Performance («Hard Fought Hallelujah») und bestes zeitgenössisches Country-Album («Beautifully Broken»).
Seine emotionale Grammy-Rede war geprägt von Jesus-Preisungen: «Zunächst einmal, Jesus, ich höre dich und ich höre zu, Herr […] ohne dich und Jesus hätte ich mich umgebracht», sagte er, nachdem er auch seiner Frau gedankt hatte. «Ich war ein schrecklicher Mensch», fuhr er fort. Doch dann habe er in einer Gefängniszelle die Bibel und Musik gefunden, und «ich glaubte, dass Musik die Kraft hatte, mein Leben zu verändern und dass Gott die Kraft hatte, mein Leben zu verändern. […] Jesus ist für alle da. Jesus gehört keiner politischen Partei. Jesus ist Jesus. Jeder kann eine Beziehung zu ihm haben. Ich liebe dich, Herr».
Jelly Roll, 41, Jesuskreuz-Tattoo im Gesicht, kam früh mit dem Gesetz in Konflikt. «Im selben Jahr, in dem ich getauft wurde, wurde ich verhaftet, und damit begann ein zehnjähriger Zyklus von Haftstrafen», sagte er einmal. Es ging unter anderem um Drogendelikte und Raub. Jason Bradley DeFord, wie er bürgerlich heisst, hatte sich mit 14 taufen lassen. Seine Musikkarriere begann er im Jahr 2003, der Durchbruch gelang ihm im Jahr 2022 mit den Singles «Son of a Sinner», «Dead Man Walking» und «Need a Favor».
Der Country-Star hat zwei Kinder und ist verheiratet. Seine Frau Alisa betreibt unter dem Künstlernamen Bunnie Xo den «Dumb Blond Podcast» und erreicht ein Millionen-Publikum. Sie unterhält sich dabei mit Gästen wie Dolly Parton oder Machine Gun Kelly.