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Die Weltwoche

Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt. Am Montag, dem 27. Oktober 2000 und... 25, am kommenden Mittwoch, dem 29. Oktober, ab 18 Uhr geht es hier wieder los mit einem Weltwoche Daily Livestream. Diskutieren Sie mit, platzieren Sie Ihre Anregung, Ihre Kritik. Wir freuen uns auf das Gespräch ohne Netz und doppeltem Boden. In Echtzeit auf diesem Kanal benutzen Sie die YouTube-Schiene, die bewerte oder aber tippen Sie das. auf Ihrem Computer ganz exakt ein. Die Adresse weltwoche.ch schrägstrich live weltwoche.ch schrägstrich live ab 18 Uhr starten wir pünktlich. Wenn Sie live dabei sein möchten, wenn Sie mir eine Frage stellen, mich kritisieren und wir diskutieren wollen, schreiben Sie uns an fragen at weltwoche.ch fragen at weltwoche.ch oder benutzen Sie das Formular weltwoche.ch Schrägstrich Sprechstunde, Schrägstrich weltwoche.ch, Schrägstrich Sprechstunde, Schrägstrich. Roman Zeller und seine Kollegen kontaktieren ausgewählte Leserinnen und Leser, Zuschauerinnen und Zuschauer, damit sie ihr Anliegen direkt und eben live an mich richten können. Wir freuen uns sehr auf dieses Gespräch. Am Samstag hatte ich die Gelegenheit, die Ehre und auch die Freude, in Winterthur einen Vortrag... halten zu dürfen, und zwar an einer Tagung der Stiftung Zukunft Schweiz. Diese Stiftung Zukunft Schweiz vertritt ein sehr edles und nobles Anliegen, das kommt aus christlichen Kreisen. Und diese Stiftung ist entstanden aus dem Engagement für verfolgte Christen auf der Welt, vor allem auch in der muslimischen Welt, wo ja immer wieder Gräuelmeldungen auftauchen. bezüglich Christenverfolgungen, die es nach wie vor gibt. Und diese Stiftung engagiert sich für die wesentlichen Werte, also für das, was wirklich zählt in unserer Welt. Und da gehört natürlich das Christentum entscheidend dazu. Ich erinnere an das Interview, das ich geführt habe mit Peter Thiel, dem amerikanischen Tech-Investor oder dem amerikanisch-deutschen Tech-Investor an der Westküste, der ja auch politisch engagiert ist. wie sie sich haben überzeugen können, wenn sie das Gespräch gelesen haben, dass er auch sehr belesen ist und sich eben für politische, kulturelle und historische Gegenwartsfragen oder historische Fragen mit Gegenwartsbezug interessiert. Und ich habe ihn in diesem Zusammenhang darauf angesprochen, ob der Westen noch ein taugliches Konzept sei für ihn. Und er hat daraufhin gesagt, Unter Westen, da müssten wir uns verständigen, was da genau die Bedeutung ist. Für mich, also für Peter Thiel, ist Westen vor allem das Christentum. Und das ist eine interessante Feststellung, denn viele würden das vielleicht etwas anders beurteilen. Ich sprach bei der Stiftung Zukunft Schweiz zum Thema Freiheit und ich habe dann versucht, in meinem Referat den Bezug zwischen Freiheit und Christentum herzustellen. Für mich jetzt als... nicht aus einem gläubigen Haushalt stammend. Wir sind dem Religiösen nicht besonders nahe gestanden. Mein Vater war Katholik, meine Mutter reformiert. Ich selber bin reformiert. Und eben das Religiöse, die Kirche, spielte in unserer Familie nicht eine sehr grosse Rolle. Aber für mich, viel später, seit einigen Jahren, Sie haben das auch mitbekommen hier an diesem Programm, bringe ich doch ab und zu auch... theologische Fragen auf. Und ich komme auf dieses Thema natürlich als Journalist, als politischer Beobachter, auch als historisch und philosophisch interessierter Zeitgenosse. Und das, was mich fasziniert letztlich an dieser ganzen Geschichte des Christentums, ist unter anderem die Entstehung damals, als in Rom Kaiser Augustus herrschte und sich anschickte sich selber zum Gott zu erklären, zum lebenden Gott. Und ausgerechnet, und ich meine nicht durch Zufall, in dieser Zeit in Judäa, heute Palästina, hiess damals noch Judäa, haben sich da Gläubige aufgelehnt unter dem Prediger, unter dem Propheten, unter dem nach christlicher Auffassung Gottes Sohn Jesus Christus, einem jüdischen Glaubensverkünder. der dann, wie man weiss, verfolgt und schliesslich auch gekreuzigt wurde. Und die entscheidende Botschaft jetzt aus meiner Sicht als politisch mitdenkender Schweizer, die entscheidende Botschaft da war natürlich, dass die Christen gesagt haben, das ist die ultimative Gotteslästerung. Wenn sich da ein Mensch anmasst, Gott zu sein, dagegen muss man sich auflehnen, das ist ein Übergriff, das ist eine Form von Herrschaft, die nicht... zulässig ist. Das heisst, die höchste Macht ist nicht für den Menschen reserviert. Da hat man gewissermassen den Menschen entthront. Denn bis dahin in der Antike galt, dass der Mensch gottgleich werden könne. Die Sphären des göttlichen und des menschlichen waren unentwirrbar miteinander vermischt. Und da haben die Christen eine ganz klare Linie getrennt gegen jene, die von Gott reden und sich selber meinen. Von denen gibt es ja heute auch noch genug. Also diese Aufgabe muss immer wieder... aufs Neue erfüllt werden. Das Gutmenschentum ist ja auch eine Form dieser Verblendung. Sie reden vom Guten, sie reden von Gott, aber sie meinen am Ende sich selbst, Selbstvergöttlichung, Selbstvergötterung, ja eben um zu herrschen, um einzuschüchtern, um Macht an sich zu reissen. Und das ist sozusagen der Urknall der Freiheit. Das ist die Freiheitsleistung, die man auch als jetzt nicht besonders religiöser oder gläubiger Mensch den Christen attestieren muss. Auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie dieses Anliegen vertreten haben, bis hin zum Märtyrertod, haben sich in den Arenen den Raubtieren zum Fraß vorwerfen lassen, kreuzigen lassen, weil man eben für diese Glaubensüberzeugung letztlich auch das eigene Leben eingesetzt hat. Bei fürchterlicher, grauenhaftester Verfolgung, die ja über Jahrhunderte dann gedauert hat. Das ist das Interessante. Das ist das, was mich nach wie vor beschäftigt, fasziniert. Das ist eine Grundlage, das ist eine Wurzel unserer freiheitlichen, demokratischen und ich würde auch sagen marktwirtschaftlichen Kultur. Es gibt da sehr spannende Abhandlungen und das war auch das Thema meines Vortrags über Freiheit, vor allem auch über Medienfreiheit, über die bedrohte Meinungsäusserungsfreiheit. Freiheit ist immer bedroht und muss durch uns, durch den Bürger. verteidigt werden. Das kann man nicht den Politikern überlassen, auch nicht den Journalisten. Am Ende des Tages müssen sich die Bürger selber wehren und in Winterthur ein sinnfälliges Territorium, denn von dort aus ist im 19. Jahrhundert auch eine Freiheitsbewegung aufgestanden, ist ausgeschwärmt, um die direkte Demokratie in der Schweiz dann einzuführen, am Ende des 19. Jahrhunderts. Also das waren so ein paar Gedanken. Der Vortrag wird übrigens demnächst auch im Internet aufgeschaltet. Wir haben das aufgezeichnet, hochdeutsch gesprochen, sodass es auch über die schweizerischen Landesgrenzen hinaus verstanden werden kann. Und wir werden sie selbstverständlich auch bei uns hier auf dem Laufenden halten. Was sind die Themen, die zu reden geben? Ja, die Gaza-Kinder, die Gaza-Kinder, die zum Politikum wurden. Ich habe mit einem Kollegen gestern darüber gesprochen, die Schweiz hat ja jetzt sieben Kinder, ich glaube, sie sind schon hier, jawohl, sieben... Verletzte Kinder und 27 Begleitpersonen, palästinensische Kinder, sind in die Schweiz geholt worden. Das ist ein Anliegen, das wurde aufgedeckt von der NZZ am Sonntag, dass da vor allem von den linken Bundesräten, von linken Politikern aufgegleist wurde, um hier ein humanitäres Zeichen zu setzen. Und ich bin mir bewusst, dass beim Thema Kinder natürlich immer noch Emotionen mitschwingen. Kritik ist unerwünscht, dass einer da diese Ergriffenheit stört. Aber ich muss Ihnen sagen, ich bin gegen diese Aktion, mich stört diese Aktion und ich empfinde diese Aktion als billigste Moralpropaganda und Selbstinszenierung der Politik. Natürlich ist das eine humanitäre Scheste, mit der sich dann die Betreffenden schmücken können, aber wissen Sie, mich erinnert das an Bilder und zwar, seien Sie jetzt nicht geschockt, wenn ich das sage, das erinnert mich an Bilder von Diktatoren. die sich ja immer auch mit Kleinkindern geschmückt haben. Der tätschelnde Stalin, der da einem kleinen Mädchen über den Kopf streichelt. Oder auch da der deutsche Diktator Hitler, der sich sehr gerne mit Kindern gezeigt hat, um eben seine profunde, zutiefst empfundene Menschlichkeit für alle sichtbar an die ganz grosse Glocke, sozusagen ans Matterhorn, hängen. Und ich werde einfach misstrauisch bei solchen Dingen, weil natürlich auch eine enorme Willkürlichkeit dahinter steckt. Warum jetzt Kinder aus palästinensischen Familien? Warum nicht jüdische Kinder, deren Eltern abgeschlachtet wurden durch die Hamas, damals am 7. Oktober 2023? Warum nicht Kinder aus Darfur oder aus anderen humanitären Krisengebieten? Also sozusagen dieses Virtue Signaling, diese Tugendinszenierung. Der Politik seht her, hat für mich etwas zutiefst Unseriöses, einmal ganz abgesehen davon, was die Kosten und dann auch den konkreten Nutzen angeht. Ich bin dagegen, dass sich die Politik auf diese Art und Weise symbolisch selber inszeniert, selber abfeiert. Das geht für mich eben auch in dieses Gutmenschentum. Man will gut scheinen, aber ob das Ganze wirklich etwas bringt, ob es gerecht ist, ob es sinnvoll ist. Ob man zum Beispiel nicht viel mehr hätte bewirken können, wenn man diese Kinder vor Ort behandelt hätte, anstatt sie da einzufliegen mit all diesen Betreuungspersonen, sie umzutopfen, sie zu verpflanzen in ein ganz anderes Gebiet. Diese Fragen wollen wir hier gar nicht ansprechen. Also es tut mir leid, wenn ich Anfang Woche hier gleich mit einer disruptiven These einfahren muss, aber ich finde das absolut daneben. Das erinnert mich an die Selbstinszenierung. diktatorischer Regime. Man muss ja die Dinge manchmal auch zur Kenntlichkeit entstellen. Es wird eng für das Ständemeer. Das ist auch noch ein Thema, das vor allem auch die mit den Freisinnigen sympathisierenden Zeitungen beschäftigt. Die FDP hatte ja das Drehbuch sich zurechtgelegt, zwar die neuen EU-Verträge, ich nenne sie Unterwerfungsverträge, abzusegnen, zu befürworten, zu sagen, man solle da mitmachen. Aber damit das Ganze auch demokratisch aussieht, soll doch auch das Ständemeer gelten. Also nicht nur das Volksmeer, sondern auch das Ständemeer, also die Mehrheit der Kantone. Aber die Delegierten haben sich in der Mehrheit auch dagegen ausgesprochen. Natürlich, weil sie Angst haben. wenn die Kantone etwas zu sagen haben in dieser Frage, dass dann diese Verträge abgelehnt werden. Jetzt haben wir eine interessante Diskussion in der Schweiz, dass es heisst, Ständeräte, also Kantonsvertreter, könnten sich dagegen auflehnen oder die Konferenz der kantonalen Direktoren, der Regierungsräte, der Kantonsregierungen, dieses Gremium, könne hier noch etwas... Ich bin sowieso ein grosser Kritiker dieser KDK, dieser Konferenz der Kantonsregierung. Das ist so eine zwischengeschaltete Behörde, die sich anmasst, die Kantone zu repräsentieren. Dabei hat ja die Frage, wer darüber abstimmen kann, überhaupt keine Legitimation für diese Kreise. Das ist ja nicht eine Frage, die die Regierungsräte zu entscheiden haben, sondern es ist eine Frage, die die Bevölkerung selber zu entscheiden hat, die die Kantone, die Kantonsbewohner zu entscheiden haben, wenn sie hier entmachtet werden als Gebietskörperschaft. Also dass man jetzt hier nur auf die Ständeräte schaut und auf die kantonalen Regierungsräte, zeigt doch schon einen falschen elitären Ansatz in unserer Demokratie, einen falschen zentralistischen Ansatz. Und die Behauptung, die da in diesem Zusammenhang auch immer wieder gemacht wird, dass die FDP ja für das Volksmeer, also für die... demokratische Volksabstimmung, wenigstens für die Volksabstimmung ist bei diesen EU-Verträgen, wenn auch nicht für die Abstimmung bzw. für die Mehrheitsausmachung der Kantone, das scherbelt ja auch gewaltig. Denn wenn man diesen Vertrag, diesen Unterwerfungsvertrag von 2000 Seiten plus 20'000 Seiten anhängenden Vorschriften, Zuschriften, Richtlinien usw., wenn man das nur dem fakultativen Referendum Unterstellt, verzeihen Sie diesen technischen Ausdruck, es gibt das obligatorische Referendum, das gilt für alle ganz wichtigen Anliegen, da müssen eben die Kantone und das Volk abstimmen. Aber wenn man es eben nur dem fakultativen Referendum unterstellt, dann ist es nur die Bevölkerung ohne die Kantone. Aber fakultatives Referendum heisst, dass es auch gar keine automatische Abstimmung gibt. Jemand muss dazu erstmal Unterschriften sammeln gehen. Und da möchte ich dann die Freisinnigen sehen, ob sie auf die Strasse gehen. um selbst für das Volksmeer, also für diese amputierte Form der Volksabstimmung ohne Kantone, ob sie da tatsächlich bei Wind und Wetter, bei Eis und Regen auf die Strassen gehen, schlottend und frieren, um diese Unterschriften zu sammeln. Können Sie vergessen, dass wir dann natürlich die SVP machen müssen, die Vertreter der Partei, die als einzige gegen dieses Unterwerfungsabkommen ist, WD FDP werden dann in den Zeitungen nach wie vor gefeiert als jene Partei, die sich selbstverständlich für die Demokratie einsetzt, für das Volksmeer. Nein, meine Damen und Herren, die FDP hat mit diesem Entscheid diese wichtige Frage, ob sich die Schweiz einem ausländischen Gesetzgeber, einem ausländischen Richter und einem ausländischen Sanktionsgeber, Verhänger unterstellt, dafür dann auch noch grausame Gebühren zahlen muss. In dieser Frage hat sich die FDP gegen die Demokratie positioniert gegen eine Abstimmung mit dem fakultativen Referendum, denn das findet ja eben, wie der Name schon sagt, nur fakultativ statt. Also bitte kritisch bleiben. Es wird sowieso betrogen auf der Wortebene, dass sich die Balken biegen. Christoph Blocher hat hier eine sehr triftige Bemerkung und Beobachtung gemacht. Es heisst jetzt immer, dass Gespräche stattfinden über diesen EU-Vertrag, über diesen EU- Unterwerfungsvertrag und diese Gespräche, diese Sondierungen, die werden als Vernehmlassung bezeichnet. Und Blocher weiss zu Recht darauf hin, das ist gar keine Vernehmlassung. Eine Vernehmlassung findet ja nur bei Gesetzesvorhaben oder bei Verträgen statt, die man noch abändern kann, auf die man noch einwirken kann. Aber dieser Unterwerfungsvertrag ist ja fertig ausgehandelt. Also gibt es da gar keine Vernehmlassung mehr. Das, was wir jetzt sehen, das ist der Versuch einer dialogisch-diskursiven Einseifung, das ist gewissermassen Abstimmungspropaganda, die da stattfindet. Man versucht einfach möglichst viele Kreise ins Boot zu holen, sie einzuseifen. Das hat überhaupt nichts mit einer Vernehmlassung zu tun, meine Damen und Herren. Eine Vernehmlassung wäre ein Prozess, in dem im Verlauf neue Fakten geschaffen werden können, zum Beispiel ein bestimmtes Gesetz, noch so oder anders, dann entsprechend nuanciert oder auch abgeschossen werden könnte. Das ist in diesem Fall... überhaupt nicht gegeben, das Gegenteil. Also ist der Begriff Vernehmlassung hier eine weitere Irreführung. Es muss demokratisch aussehen. Das ist übrigens ein Spruch, den der damalige Staatschef der DDR, Walter Ulbricht, bei der Errichtung der Mauer gesagt hat oder auch in anderen Zusammenhängen. Es müsse in der DDR halt demokratisch aussehen. Bevor wir uns da aufschwingen als Muster und Superdemokraten, müssen wir da sehr demütig und selbstkritisch in den Spiegel schauen. Auch bei uns soll es demokratisch aussehen, aber man sieht eben, dass es überhaupt nicht demokratisch aussieht, dass es gar nicht demokratisch ist. Zur FDP und dem EU-Dossier noch ein Wort. habe mir die Überlegung gemacht, ob es der FDP eigentlich wirklich um die EU geht und um das Verhältnis der Schweiz zur EU, dann dieser letzten Delegiertenversammlung, wo sie sich ja eben für diese Verträge ausgesprochen haben und gegen das Stände mehr gegen die Kantonssouveränität, eben für dieses fakultative Referendum, das ja gewissermassen ein Referendum ist, das unter Umständen gar nicht stattfindet, wenn niemand die Unterschriften dafür sammelt. Geht es der FDP wirklich um die Sache? In dieser Frage, oder geht es da um etwas ganz anderes? Und ich sage Ihnen, mein Verdacht ist, kann man natürlich nicht beweisen, da werden jetzt viele Freisinnige entrüstet, die Hände verwerfen und sagen, ja, das ist wieder typisch, wir werden immer kritisiert, aber es ist eben konstruktive Kritik, meine Damen und Herren, die ich hier anbringe. Man muss eben auch der FDP hier etwas den Spiegel vorhalten, weil die Wahlresultate sind ja desaströs, die Partei ist massiv zurückgefallen, also muss man ja selbstkritisch sich hinterfragen. Ich glaube nicht, dass es der FDP bei diesen EU-Dossiers um die Sache geht, sondern es geht darum, einfach nicht mit der SVP zusammenspannen zu müssen. Es geht um die interne Befindlichkeit, um die interne Abgrenzung, um vor allem um das Gefühl, dass man bewirtschaften will, etwas Besseres zu sein. Und man will einfach nicht zugeben, dass man sich geirrt hat in dieser EU-Frage und die SVP von Anfang an. richtig lag. Das sind die alten Wunden, die alten gekränkten Eitelkeiten der 90er Jahre dieser Abstimmungen, damals 1992. Und wissen Sie, wieso ich zu dieser These komme? Weil in der ganzen Nachbearbeitung dieser Delegiertenversammlung in Bern, als sich die FDP eben für die EU-Unterwerfung ohne Stände mehr ausgesprochen hat, in allen Kommentierungen, sowohl der Medien, aber auch der FDPler selber, war nie von der Schweiz die Rede. Man hat nie gesagt, Wir sind dankbar, wir sind froh, dass wir diesen für die Schweiz so wichtigen Entscheid nun hier mit der Partei aufgleisen konnten. Das haben sie natürlich nicht gesagt, weil wenn man gesagt hätte, dass das so ein wichtiger Entscheid ist, dann hätte sich jeder gefragt, warum wollte ich es dann nur dem fakultativen Referendum unterstellen, wenn das so etwas Wichtiges ist. Also man hat nie mit dem Wohl der Schweiz oder mit den Interessen der Schweiz argumentiert, sondern man hat immer nur intern, befindlichkeitsmässig argumentiert. Man hat gesagt, ja wir sind so froh, dass wir die Partei zusammenhalten konnten. Wir sind so froh, dass Filippo Leutenecker und Simon Michel, Leutenecker der Exponent der EU-Kritiker und Simon Michel der Euro-Turbo, dass sich die da einen symbolischen Handshake gegeben haben. Also das hat fast etwas geklungen wie eine Therapiegruppe. Wie wenn quasi die anonymen Alkoholiker nach einer langen Sitzung sich über bestimmte therapeutische Fortschritte gefreut haben. Das ist doch nicht die Diskussionsebene. auf der man so eine Frage zu diskutieren hätte. Es geht doch am Schluss darum, was ist richtig für die Schweiz, nicht was ist richtig für die FDP, für den inneren Zusammenhalt und ob die da sozusagen Friede, Freude, Eierkuchenmässig dann vom Platz gehen können. Also, der FDP geht es nur um sich selbst. Es geht ihr nicht um die Schweiz und es geht ihr um diese narzisstische, eitle Abgrenzung gegenüber der SVP. Und wenn Sie da Argumente haben, die meiner... sich qualifiziert widerspricht, auch unqualifiziert, dürfen Sie mir selbstverständlich diese Argumente schicken. Übrigens die einzige Zeitung in der Schweiz, die diesen Entscheid der FDP vorbehaltlos bejubelt, selbst die NZZ, der ist das etwas unheimlich geworden, nach den ersten Jubelarien. Die Zeitung, die das am entschiedensten befürwortet, das ist die Aargauer Zeitung, beziehungsweise das ist CH Medien, das sind da die... Zeitungen aus dem Hause Wanner. Ja, das sind die grossen Themen. Was haben wir sonst noch? Ah, ist mir noch aufgefallen, das Interview mit Jacques Pithlou, dem Schweizer Botschafter bei der NATO in Belgien, in der NZZ am Sonntag. Ein zweiseitiges Interview über die Sicherheitslage in Europa, über die Interessen auch Russlands, über diesen ganzen Krieg, den wir in der Ukraine haben und am Schluss natürlich auch noch die Debatte darüber. Wie muss die Schweiz sich gegenüber der NATO verhalten? Und dieses Interview, auch wenn Jacques Piteleau natürlich aufpasst als Botschafter, ist jetzt die reinste NATO-Propaganda. Also die NZZ ist hier voll auf dem Pro-NATO-Trip. Die Schweiz, das ist die... Ausschliessliche Argumentationsrichtung, die Schweiz müsse einfach irgendwie enger mit der NATO zusammenarbeiten, die NATO sei gewissermassen der Sicherheitsgarant, das ist hier die Stossrichtung. Keine kritische Frage, die die EU-Politik gegenüber Russland zum Beispiel etwas sehr kritisch beleuchtet, im Gegenteil, das wird da eins zu eins von Bittelu, diese Bedrohungsszenaristik, die wird hier eins zu eins wiedergegeben, Also hier bis zur... Ununterscheidbarkeit vertritt dieser Diplomat hier EU-Positionen und in der Konsequenz dann eben auch die von der NZZ überhaupt nicht hinterfragte NATO-Näherung. Da halte ich natürlich auch eine ganz scharfe These dagegen. Ich sage, das ist falsch, das ist ein Irrweg, das ist komplett daneben. Der sichere Weg für die Schweiz ist der Weg der Unabhängigkeit und der Neutralität. Nicht gegen die NATO, gegen niemanden. Für die Schweiz die neutralität, die glaubwürdige neutralität, die auf einer funktionierenden Selbstverteidigung beruhende Neutralität, nicht mit fremden Armeen, nicht mit NATO-Armeen, mit unserer Armee, die muss man wieder flott machen. Das ist die Neutralität, das ist der Schutzschild unseres Landes in Frieden und in Kriegszeiten. Aber ich stelle mit wenig überraschtem Bedauern fest, dass für unsere Diplomaten das überhaupt kein Thema ist. Übrigens auch nicht für Walter Thurnherr, den früheren Bundeskanzler, der jetzt Furore macht in den Zeitungen, hat ein Buch geschrieben, so quasi die intimen Bekenntnisse des Bundeskanzlers, der da am Tisch sass und sich vermutlich, glaube ich, ein interessanter Mann, Thurnherr, aber ich glaube, er fühlte sich da seinen Kollegen etwas intellektuell überlegen und das wollte er jetzt der Welt noch mitteilen in diesem Buch. Aber auch er kann sich nicht dazu durchringen, die schweizerische Neutralität zu verteidigen. Im Gegenteil, was ich hier dem Sonntagsblick entnehme, in einer Rezension, die Medien jubeln das ja unglaublich hoch, wobei ich sage immer, das, was die Medien hochjubeln, da steckt meistens nicht viel dahinter, das, was sie kritisieren. Da ist meistens die Substanz. Also da sagt der Turnherr gemäss seinem Buch, da reiten viele, also in der Neutralitätspolitik, mit verdrehtem Kopf, aber mit Absicht, weil sie sich an der Vergangenheit orientieren. Hier scheint natürlich durch, dass er ein progressives Verständnis der Neutralität hat. Das heisst eine Wackelpudding-Neutralität, eine opportunistische Neutralität, eine Neutralität, die keine Neutralität mehr ist. Denn eine Neutralität muss strikt sein, meine Damen und Herren. Was heisst Neutralität? Neutralität ist das Verbot für unseren Bundesrat, uns in Kriege und Konflikte hineinzuziehen. Da darf es keine Toleranz geben. Null Interpretationsspielraum. Hier geht es ums Überleben des Landes. Im Strassenverkehr, bei den Geschwindigkeitslimiten, dulden wir keine Toleranz. Null Toleranz. Da geht es um Leben und Tod von Einzelnen, von Automobilisten oder von solchen, die in solche Unfälle hineingezogen werden. Aber der grösste denkbare Unfall für ein Land ist ein Krieg. Und in einem Krieg soll jetzt also der Ermessensspielraum der Fahrer gelten. Jene, die am Steuer sitzen, die dürfen dann entscheiden, wie sie den Crash genau verursachen. Das ist doch eine komplett abwegige, verrückte Vorstellung, meine Damen und Herren. Das war es von Weltwoche Daily Schweiz. Wir melden uns gleich zurück mit der internationalen Ausgabe. Jetzt, da ich so richtig in Fahrt komme. Bis gleich.

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Gaza-Kinder in der Schweiz: Willkürlicher Moralpopulismus linker Politiker. EU-Verträge: «Vernehmlassung» ist das neue Gaunerwort. Der FDP geht es nur noch um sich selbst. Nato-Botschafter Pitteloud: Nato-Propaganda in der NZZ

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Gaza-Kinder in der Schweiz: Willkürlicher Moralpopulismus linker Politiker. EU-Verträge: «Vernehmlassung» ist das neue Gaunerwort. Der FDP geht es nur noch um sich selbst. Nato-Botschafter Pitteloud: Nato-Propaganda in der NZZ
Gaza-Kinder in der Schweiz: Willkürlicher Moralpopulismus linker Politiker. EU-Verträge: «Vernehmlassung» ist das neue Gaunerwort. Der FDP geht es nur noch um sich selbst. Nato-Botschafter Pitteloud: Nato-Propaganda in der NZZ
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