Die wachsende Zahl von Satelliten und ihre steigende Rückkehr in die Erdatmosphäre könnten massive Auswirkungen auf die Stratosphäre und den Ozonschutz haben.
Jährlich treten rund 500 Satelliten wieder in die Erdatmosphäre ein und verbrennen, wodurch sie Schadstoffe freisetzen. Diese Zahl könnte laut Forschern bis auf 10.000 jährlich ansteigen, wenn Megakonstellationen wie Starlink oder das chinesische Qianfan-Netzwerk weiter expandieren.
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Die beim Wiedereintritt entstehenden Schadstoffe, darunter Aluminiumoxid und Stickoxide, übertreffen bereits die natürlichen Einträge solcher Stoffe um ein Vielfaches. Aluminiumoxid wird dabei als besonders schädlich für die Ozonschicht eingestuft, die durch das Montrealer Protokoll von 1987 erfolgreich geschützt wurde. Doch diese Fortschritte könnten durch die neue Bedrohung aus dem All gefährdet sein.
Zusätzlich erzeugen Raketenstarts Russ und andere Schadstoffe, die die atmosphärische Chemie verändern und zur Bildung von Wolkenpartikeln beitragen könnten. Wissenschaftler fanden heraus, dass von 2020 bis 2022 die Emissionen von Aluminiumoxid und Stickoxiden aus Satelliten um 70 Prozent anstiegen, während der Treibstoffverbrauch bei Raketenstarts sich fast verdoppelte.
Forschungen zeigen, dass typische Satellitenmetalle wie Niob, Hafnium und Kupfer in hohen Konzentrationen in der Stratosphäre nachweisbar sind. Diese Stoffe stammen aus den verwendeten Materialien der Satelliten und ihrer Verbrennung.
Erste Untersuchungen 2023 bestätigten, dass diese Schadstoffe spezifisch aus menschgemachten Quellen und nicht aus natürlichen Meteoritenablagerungen stammen. Experten fordern nun, bereits in der Planungsphase von Satelliten umweltfreundlichere Materialien und Designs zu berücksichtigen.