Russland beabsichtigt nach Einschätzung des estnischen Auslandsgeheimdienstes in diesem Jahr keinen Angriff auf Estland oder einen anderen Nato-Staat. Zu diesem Schluss kommt der veröffentlichte Jahresbericht zur Sicherheitslage.
Gleichzeitig warnt der Dienst vor einer fortgesetzten militärischen Aufrüstung Moskaus. Russland vergrössere seine Streitkräfte, fülle strategische Artilleriemunitionsbestände wieder auf und baue Drohneneinheiten nach dem Prinzip einer Massenarmee auf. Seit 2021 sei die Produktion von Artilleriemunition um mehr als das 17-Fache gesteigert worden.
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Geheimdienstchef Kaupo Rosin schreibt im Vorwort, Russland bleibe trotz offensichtlicher militärischer Schwächen ein gefährliches Land. Wachsamkeit sei notwendig, um eine Ausweitung der russischen Einflusszone zu verhindern. Zugleich bestehe derzeit kein Grund zur Panik.
Der Bericht betont, die Kontrolle über die Ukraine sei für Präsident Wladimir Putin von zentraler Bedeutung. In seiner Wahrnehmung würde ein Sieg Russlands dessen Status als Grossmacht wiederherstellen und Moskau das Recht verschaffen, über die europäische Sicherheitsordnung mitzuentscheiden. Friedensverhandlungen würden in diesem Zusammenhang lediglich als ein möglicher Weg betrachtet, strategische Ziele zu erreichen.