«Ein Sieg der politischen Profiteure». So titelte der Nebelspalter nach der klaren Ablehnung der SRG-Halbierungsinitiative. Plötzlich wird die «Motivation» der Initiativgegner «von Mitte-links» gnadenlos aufgedeckt: «Sie wissen, dass sie in der SRG den verlässlichsten Partner im linkslastigen Mediensystem haben.»
Der frühere Mitte-Präsident Gerhard Pfister kommentiert die kernigen Aussagen auf der Plattform X wie folgt: «So deutlich ist der Nebelspalter erst nach der Abstimmung. Vorher hätte es die Karriereoptionen der Ehefrau des Chefredakteurs möglicherweise gefährden können.»
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So deutlich ist der @nebelspalter erst nach der Abstimmung. Vorher hätte es die Karriereoptionen der Ehefrau des Chefredakteurs möglicherweise gefährden können. On verra. https://t.co/A8vTu2dOTT
— Gerhard Pfister 🤍💙💛 (@gerhardpfister) March 8, 2026
Tatsächlich befindet sich die Gattin von Verleger und Chefredaktor Markus Somm im Bewerbungsprozess um die SRF-Direktion. Wie die Onlinezeitung Republik aber weiss, dürfte Anita Richner das Rennen indessen kaum machen. Zum neuen Chef des (Deutsch-)Schweizer Radios und Fernsehens SRF werde demnächst Roger Elsener ausgerufen.
Der verantwortliche Nominationsausschuss habe den 49-jährigen Medienmanager als einzigen Kandidaten auf den Schild gehoben. Die Wahl des bisherigen CEO des TV-Streaming-Anbieters Zattoo und früheren Mitarbeiters des Wanner-Konzerns sei nur noch eine Formsache.
Möglicherweise hat diese Personalie jetzt beim Nebelspalter dazu geführt, dass er seine bisherige vornehme Zurückhaltung in Sachen SRG aufgibt. Denn die Beobachtung von Gerhard Pfister ist durchaus richtig: Markus Somm und mit ihm seine Publikation haben sich zuvor bezüglich SRG mit Kritik vornehm zurückgehalten.