In Genf haben hochrangige Vertreter aus den USA, der Ukraine und Europa über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs beraten. Im Zentrum der Gespräche steht ein von Washington vorgeschlagener Friedensplan, der in Kiew und europäischen Hauptstädten auf erhebliche Kritik gestossen ist. Laut einem Bericht von Reuters sieht der Entwurf vor, dass die Ukraine Gebiete an Russland abtritt, ihr Militär beschränkt und auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichtet. Die Weltwoche berichtete.
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US-Präsident Donald Trump hatte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Freitag ein Ultimatum gestellt: Bis Donnerstag müsse er den 28-Punkte-Plan billigen. Trump bezeichnete den Vorschlag allerdings später als «nicht endgültig». In Genf sagte ein US-Vertreter, Ziel sei ein Deal, «der für die Ukraine vorteilhaft ist». Nichts werde beschlossen, bevor Trump und Selenskyj sich direkt treffen.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz betonte am Rande des G-20-Gipfels in Johannesburg, man wolle ein Verhandlungspapier erarbeiten, «das für die Ukraine akzeptabel ist». Das werde Zeit brauchen. Auch EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen stellte klar: «Die Grenzen der Ukraine dürfen nicht durch Gewalt verschoben werden.»
Selenskyj begrüsste die diplomatischen Bemühungen in Genf, warnte aber, das Land dürfe nicht seine «Würde und Freiheit» verlieren. Russland bezeichnete den US-Vorschlag als «Basis für eine Lösung», dürfte aber einzelnen Punkten – etwa dem Rückzug aus besetzten Gebieten – widersprechen. Indessen kursiert in europäischen Hauptstädten ein Gegenvorschlag, der auf dem US-Plan basiert, aber zusätzliche Garantien für Kiew enthalten soll.