Getanzte Politik: Man verfehlt das Phänomen Emilia Fester, wenn man nur eine Liste der Fettnäpfchen erstellt, in die sie fröhlich tapst
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Getanzte Politik: Man verfehlt das Phänomen Emilia Fester, wenn man nur eine Liste der Fettnäpfchen erstellt, in die sie fröhlich tapst

Man verfehlt das Phänomen Emilia Fester, wenn man nur eine Liste der Fettnäpfchen erstellt, in die sie fröhlich tapst.

Stattdessen sollten wir erkennen, wofür sie steht. Denn Frau Fester verkörpert einen neuen Politikstil und ist repräsentativ für einen grossen Teil ihrer Generation.

Neu ist nicht die Emotionalisierung, sondern die Infantilisierung der Politik. Wie kleine Kinder zwischen Lachen und Weinen hin und her schwanken, oszilliert die grüne Politik zwischen Tanzen und Jammern. Es gibt nicht nur die depressive Miene der last generation, sondern eben auch die gute Laune von Emilia Fester und ihren grünen Kolleginnen.

Getanzte Politik: Man verfehlt das Phänomen Emilia Fester, wenn man nur eine Liste der Fettnäpfchen erstellt, in die sie fröhlich tapst

Diese neue Politik bewährt sich nicht mehr im Parlament, sondern auf Tiktok: Girls just wanna have fun.

Hier zählt Performanz statt Kompetenz.

Nietzsche hat einmal geschrieben, Tiere seien so glücklich, weil sie am Pflock des Augenblicks angebunden seien. Das ist ein gutes Bild für die neue Generation. Ihr historischer Horizont ist von beneidenswerter Beschränktheit, denn sie sind schon das Produkt einer Politik der Gehirnwäsche, die die Geschichte entweder umschreibt oder gleich ganz auswischt.

Für die Tiktok-Politik beginnt die Geschichte mit dem Naziregime; für alles Böse in der Welt ist der alte weisse Mann verantwortlich, und die Rettung kommt von Mutter Natur und den emanzipierten Frauen.

Klassiker, die man kennen müsste, gibt es nicht mehr, und es genügt die Lektüre eines Texts von Luisa Neubauer, um zu wissen, wie es um die Welt steht. Das kann man tanzen.

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