Bei einer Demonstration gegen Aufrüstung in der Kölner Innenstadt ist es am Samstagabend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen. Wie Die Zeit berichtet, wurden Einsatzkräfte angegriffen, woraufhin die Versammlung, organisiert vom Bündnis «Rheinmetall entwaffnen», gegen 20.30 Uhr beendet wurde. Die Beamten setzten Reizgas und Schlagstöcke ein, zwölf Polizisten wurden verletzt.
HENNING KAISER / KEYSTONE
Nach Polizeiangaben wurde eine Gruppe von Demonstranten, aus deren Reihen Angriffe erfolgt sein sollen, festgesetzt. Mehrere Personen kamen in Gewahrsam, ein Tatverdächtiger wurde wegen Widerstands festgenommen. Die Identitätsfeststellung dauerte bis in die Nacht. Ein Sprecher der Demonstrierenden berichtete von zahlreichen Verletzten, die zunächst keine medizinische Versorgung erhalten hätten. Die Polizei wies die Vorwürfe zurück.
Etwa 3.000 Menschen hatten sich laut Polizei an der Demonstration beteiligt, einige davon vermummt. In einem Begleitfahrzeug seien Pyrotechnik, Brennspiritus und Gasflaschen entdeckt worden. Das Bündnis protestierte unter anderem in der Nähe des Wohnhauses von Rheinmetall-Chef Armin Papperger.
Die Polizei begründete das Vorgehen mit mehrfachen Verstössen gegen das Versammlungsrecht. Der Einsatz sei notwendig gewesen, um weitere Übergriffe zu verhindern. Während friedliche Teilnehmer die Kundgebung verliessen, kritisierten Aktivisten das Vorgehen als überzogen. Die Debatte über die Verhältnismässigkeit dauert an.